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Kirchengericht weist Klage gegen Ablehnung eines Pfarrers ab

Speyer. Das Verfassungs- und Verwaltungsgericht der Evangelischen Kirche der Pfalz hat die Klage des früheren Pfarrers der Kirchengemeinde Schweigen-Rechtenbach, Ulrich Hauck, abgewiesen. Er hatte gegen die Landeskirche wegen der Ablehnung seiner Bewerbung um die Pfarrstelle Dörrenbach-Schweigen-Rechtenbach geklagt. epd



Laut Kirchenverfassung sei die Verleihung einer Pfarrstelle unwiderruflich, heißt es in der gestern in Speyer veröffentlichten Begründung des Gerichts. Hauck hätte zwischen der Entscheidung der Kirchenregierung und der Übergabe der Ernennungsurkunde an Pfarrerin Margarete Lingenfelder ausreichend Zeit zum Widerspruch gehabt.

Die neue Pfarrstelle ist zum 1. Januar 2014 aus der Fusion der Pfarrämter Dörrenbach und Schweigen-Rechtenbach entstanden. Sowohl Hauck als auch die Dörrenbacher Pfarrerin Lingenfelder hatten sich beworben. Im Oktober 2013 entschied sich die Kirchenregierung einstimmig für Lingenfelder, die am 10. Dezember ihre Ernennungsurkunde erhielt. Erst danach klagten Hauck und seine ehemalige Gemeinde. Auch die Klage der Gemeinde wies das Gericht ab. Sie sei ausreichend gehört worden und auch ihre Klage sei zu spät gekommen. Zudem, so das Gericht, müsse eine Kirchengemeinde angesichts des Organisationsermessens der Kirchenregierung eine ihren Interessen zuwiderlaufende Entscheidung hinnehmen, wenn sie dem Wohl der Landeskirche diene.

Hauck, der im Vorstand des theologisch konservativen "Netzwerks bekennender Christen" ist, und sein Presbyterium vermuten hinter der Entscheidung der Kirchenregierung für Lingenfelder kirchenpolitische Motive.