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Prisma
Gemeinschaft zwischen Kunst und Solidarität

 Blick auf die lockere Prisma-Gemeinschaft, die sich beim Brunch gut amüsierte.
Blick auf die lockere Prisma-Gemeinschaft, die sich beim Brunch gut amüsierte. FOTO: Margarete Lehmann / Picasa
Zweibrücken. Die Künstlergruppe Prisma besteht aus sechs bildenden Künstlerinnen und Künstlern. Das Jahrestreffen mit vielen Freunden findet in gemütlicher Atmosphäre beim Brunch statt. Von Peter Fromann

Künstler und Freunde der Kunst sowie der Künstler treffen sich einmal im Jahr in der Zweibrücker Galerie Prisma in der Lammstraße, um sich beim Brunch näher zu kommen, also in erster Linie nicht über die Kunst, sondern einfach von Mensch zu Mensch. Bärbel Grub-Hapke sagt: „Wir sind gern eine große Familie, wir möchten aber noch enger zusammenwachsen – zu einem festen Freundschaftsbund.“ Und so wird inzwischen Solidarität groß geschrieben und natürlich gibt es keine Abneigungen gegenüber Andersdenkenden und gegen Anderssein überhaupt. Ehemann Peter lacht: „Ich habe heute zusammen mit Tochter Lena frei, sonst sind wir ja immer in der Küche tätig bei diesen Treffen. Heute genießen wir die Freistellung umso intensiver.“

Ein langer Tisch steht mitten im Raum, inmitten der Kunst, drum herum Künstler und Freunde in angeregter Unterhaltung. Eine „GroKo“ sozusagen, in der sich jeder seinen eigenen Platz suchen kann. Gespräche hierhin und dahin, die Plätze werden getauscht, man lacht und wandert. Amélie Kremer, Künstlerin aus Saarbrücken, stellt demnächst in der Galerie aus. „Das Konzept hier bei Prisma ist durchdacht und funktioniert reibungslos. Ich freue mich, hier demnächst auszustellen“, sagt sie. Aber erst einmal genießt Kremer die Gemeinschaft und knüpft Bekanntschaften. Hengameh Rasti ist Malerin und hat schon einmal bei Prisma ausgestellt. „Ich fühle mich hier gut aufgehoben, fühlte mich gleich wohl“, sagt sie, „es geht alles so ungezwungen zu, ohne Hektik.“

Peter Hudlet bevorzugt künstlerisch Objekte, Figuren aus Holz. Man kommt ins Gespräch, ihn beschäftigt heute die Politik, sie bestimmt nun mal augenblicklich bald jeden.



Eine neue Ausstellung kommt erst wieder im März. Da bleibt Zeit, in Gesprächspausen die Räume zu durchstreifen und einen Blick unverstellt auf die Bilder an den Wänden zu werfen. Die Politik drängt sich in die vielen Bilder, Kunst darf ja alles, sie stellt einfach dar und vermeidet oft sogar einen Untertitel, die Betrachter sollen sich animieren lassen, zum Nachdenken kommen. Entspannend daneben ein großformatiges Bild: „Apfel auf blühender Wiese“: Ein großer violetter Apfel und zwei riesige bunte Blüten. Die Blüte wird am Ende zu einem Apfel. Da dürfen die Gedanken Blüten treiben, meint das Bild vielleicht, selbst wenn ein violetter Apfel dabei herauskommt. Es ist ja im Grunde genommen so einfach, über die Kunst ins Gespräch zu kommen. Daher ist eine Kunstgalerie ein so einladender Ort. Und mit Brunch natürlich noch viel mehr.

Raymond David, Bärbel Grub-Hapke, Peter Hudlet, Betina Knerr, Artur Mann, Hermann Weis und Klaus Wingerter sind die Prisma-Macher. Peter Hudlet sagt: „Unsere Gäste und wir selbst wollen es heute einfach schön und unbeschwert haben und das ist, glaube ich, heute wieder mal prima gelungen“. Stimmt genau. „Wir bleiben auch 2018 im Gespräch – und die Kunst natürlich auch.“