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Ein Toter nach Brand
Es gab viel zu tun für die Polizei

Für die Polizisten in Rheinland-Pfalz verlief Silvester alles andere als ruhig.
Für die Polizisten in Rheinland-Pfalz verlief Silvester alles andere als ruhig. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa
Mainz. Ein Toter und mehrere Schwerverletzte, dazu viele aggressive Menschen gab es an Silvester in Rheinland-Pfalz.

Die Silvesternacht ist in Rheinland-Pfalz Angaben der Polizei zufolge überwiegend glimpflich verlaufen – aggressive und alkoholisierte Menschen haben sie dennoch in Atem gehalten. Es kam auch zu schweren Unglücksfällen. So starb bei einem Brand nahe Mainz ein Mensch, bei einem Unfall in Kaiserslautern wurde eine Frau lebensgefährlich verletzt, ein Mann im Hunsrück verlor beim Zünden eines illegalen Böllers vier Finger.

Nach Mitteilung des Innenministeriums von gestern sprach die Polizei in 65 Fällen Platzverweise gegen alkoholisierte und aggressive Bürger aus. 19 nahm sie in Gewahrsam. In Koblenz gab es eine Anzeige wegen einer Sexualstraftat: Ein 22-jähriger Somalier soll eine Frau mehrfach unsittlich angefasst, sie bedrängt und beleidigt haben.

In Kaiserslautern begrüßten auf dem Stiftsplatz rund 1500 Menschen das neue Jahr. Eine gemeldete angebliche sexuelle Belästigung bestätigte sich nach Befragung der vermeintlich bedrängten Frau laut dem Innenministerium nicht. Dieses teilte weiterhin mit: „Ausländerfeindliche Delikte wurden in der Silvesternacht nicht bekannt.“



Bei einem Feuer auf einem Campingplatz in Heidesheim nahe Mainz starb ein Mensch. „Er ist noch nicht identifiziert, weil die Leiche so stark verbrannt ist“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Die Ursache des Brandes im Ortsteil Uhlerborn am Rhein war vorerst unbekannt. „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen. Das kann ein Zusammenhang mit Silvester gewesen sein oder ein technischer Defekt oder Brandstiftung – das ist noch unklar“, ergänzte die Sprecherin.

In Kaiserslautern erfasste ein Autofahrer auf einer Brücke eine Fußgängerin, riss sie acht Meter in die Tiefe und verletzte sie lebensgefährlich. Die 57 Jahre alte Frau stand laut Polizei mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf dem Brückengehsteig, um das Silvesterfeuerwerk anzuschauen. Der 22-jährige hatte bei überhöhtem Tempo die Kontrolle über sein Auto verloren. Der Wagen durchbrach das Geländer der Pfaffbrücke – Autofahrer, Fußgängerin und Auto stürzten in einen Graben nahe Bahngleisen. Auch der junge Mann wurde erheblich verletzt – floh aber zu Fuß.

Die Feuerwehr musste Leitern und einen Kran einsetzen, um die Frau zu retten. „Sie ist im Krankenhaus schon mehrfach operiert worden“, sagte ein Polizeisprecher. Gestern Vormittag fand die Polizei auch den verletzten Autofahrer – in derselben Klinik. Er war nur wenige Dutzende Meter von der Unfallstelle entfernt von einer Party losgefahren.

In Simmern im Hunsrück explodiert ein illegaler „Polenböller“ schon beim Zünden in der rechten Hand eines 21-jährigen Mannes und riss ihm vier Finger ab. Diese wurden laut Polizei „unauffindbar in der Peripherie verstreut“. Der Mann kam ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

In Landau beeinflussten Windböen die Flugbahn einer Silverrakete offensichtlich so ungünstig, dass sie im Stadtteil Wollmesheim einen 24-Jährigen traf, explodierte und wohl weitere Böller in der Jackentasche des Mannes entzündete. Mit schweren Brandverletzungen kam er in eine Fachklinik. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben, „ob hier ein strafrechtlich relevantes Handeln vorliegt“.

Vermutlich zwei Männer verwüsteten ein Spielwarengeschäft in Bad Kreuznach. Laut Polizei drangen sie gewaltsam ein, beschädigten Scheiben, warfen Regale um und sprühten mit einem Feuerlöscher. Neben dem Geschäft wurden fünf Autos einer Mietwagenfirma demoliert. Die Polizei schätzte den Gesamtschaden auf mehrere zehntausend Euro. Einen 18-Jährigen konnte sie noch vor Ort festnehmen. Mindestens einem mutmaßlichen Komplizen gelang vorerst die Flucht.

Ein Sachschaden von rund 200 000 Euro entstand in Heimborn im Westerwaldkreis, wo aus vorerst ebenfalls ungeklärter Ursache eine Garage mit zwei Autos in Brand geriet. In dem Gebäude befanden sich auch hochwertige Werkzeuge. Verletzt wurde laut Innenministerium niemand.

(dpa)