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OGV Wattweiler
Eine Heimat für die gefiederten Freunde

Stolz präsentieren Laura, Leonora, Philipp und Aaron (vorne von links) ihre Nistkästen. Bernd Müller, Hans Conrad, Horst Reitnauer und Siegbert Wolsiffer (hinten von links) sind zufrieden.
Stolz präsentieren Laura, Leonora, Philipp und Aaron (vorne von links) ihre Nistkästen. Bernd Müller, Hans Conrad, Horst Reitnauer und Siegbert Wolsiffer (hinten von links) sind zufrieden. FOTO: Picasa / Margarete Lehmann
Wattweiler. Schüler der Mauritiusschule übergaben dem Obstbauverein Wattweiler Nistkästen, die sie selbst gebastelt haben. Mitglieder des Vereins werden die Nistkästen im Gelände aufhängen.

Zumindest kurz hatte es aufgehört zu regnen und die fünf Personen stapften trotz des tiefen, sumpfigen Bodens weiter voran. Vier Schüler der Mauritiusschule waren mit ihrem Lehrer Siegbert Wolsiffer zum Vereinsgelände des Obstbauvereins Wattweiler gekommen und wollten selbstgebaute Nistkästen in den Bäumen anbringen.

Aber niemand war ausgerüstet, die Nistkästen in den Bäumen aufzuhängen. Hans Conrad vom Obstbauverein wusste Rat: „Wir haben eine lange Stange mit einer Halterung, mit der können wir die Kästen, ohne auf den Baum zu klettern, in der richtigen Höhe anbringen. Das machen wir ein anderes Mal, wenn das Wetter besser ist. Aber bald, denn die Vögel werden demnächst mit dem Nestbau beginnen“. Wie zum Beweis flog in diesem Moment eine Amsel mit einem Zweig im Schnabel an den Pennälern vorbei. Laura, Leonora, Philipp und Aaron besuchen die Mauritiusschule schon länger. Mit Holzarbeiten sind sie vertraut. „Wir machen jeden Mittwoch praktische Arbeiten im Rahmen der Holzwerkstattgruppe, unter anderem sind da auch die Nistkästen entstanden, sogar ein Insektenhotel ist dabei“, erklärt Lehrer Wolsiffer.

Die vier Schüler waren durchaus gesprächig. „Ja, es hat uns Spaß gemacht, die Kästen zu bauen, zu sägen, bohren und schleifen, die sind doch schön geworden?“. Das sind sie. Werken gilt in der Mauritiusschule als Beitrag zur Inklusion. Einige Kästen sind bunt angemalt, andere sind holzfarben geblieben, einige mit kleinem Schlupfloch für Meisen und Co, andere halboffen für Höhlenbrüter wie das Rotkehlchen. „Es gehört also zum Basteln auch ein wenig Kenntnis über die Vogelwelt dazu“, erläutert Wollsiffer.



Die Mauritiusschule ist in das Dorfleben und in das Vereinsleben in Wattweiler miteingebunden. So sind zum Beispiel die Schüler am Sommerspielfest des TuS Wattweiler beteiligt. Beim Thema Vogelwelt kommt das Gespräch schnell auf die schwindende Anzahl der Vögel und Insekten. „Wir haben unseren Mitgliedern, immerhin sind das über 600, angeboten, über den Verein günstig Samen und verrottbare Matten mit Einsamungen bei uns zu bestellen, um bunte Blumenwiesen wachsen zu lassen. Als Angebot für Bienen und Insekten. Und schreiben Sie ruhig, die Wattweiler waren nicht interessiert, während die Böckweiler eifrig bestellt haben.“

Das Obstjahr wird momentan noch für gut befunden – im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren. „Wir können das an der Menge Saft dokumentieren, den wir pressen“, sagt Conrad. Bernd Müller vom Obstbauverein sagt: „Die letzten beiden Jahre waren mies, was die Obstmenge betrifft. Nun hoffen wir auf eine bessere Ernte.“

Und langsam laufen die Vorbereitungen für die kulinarische Blütenwanderung rund um Wattweiler an, die am 1. Mai stattfindet. Am 6. Mai ist eine Vogelstimmenwanderung mit Peter Mende und am 10. Mai dann eine Maiwanderung nach Mimbach zum Fischerfest.