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Autorenlesun
Blick auf die NS-Zeit in der Region

Höchen. Hans Kirsch liest in Höchen aus Band vier der „Chronik des mittleren Ostertals“. red

Der im vergangenen Jahr erschienene Band vier der „Chronik des mittleren Ostertals“ von Hans Kirsch und Klaus Zimmer, der die Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reiches beschreibt, wird jetzt auch in Höchen vorgestellt.

Vor allem wegen der detaillierten Aufarbeitung der NS-Zeit wird der Band in den bisher vorliegenden Rezensionen als „vorbildlich für andere Regionen“ bewertet.
Deshalb nominierte der Bezirksverband Pfalz das Werk für den Hauptpreis des „Pfalzpreises für Geschichte und Volkskunde“, hieß es in einer Mitteilung.
Auf Einladung der Stiftung „Pfälzerwäldler für Höchen“ liest der Mitautor Hans Kirsch aus Selchenbach am Freitag, 23. Februar, in der Unterkirche (katholische Kirche) in Höchen aus dem zweibändigen Werk.

Dabei berichtet er nicht nur aus dem Ostertal, sondern vor allem aus den Nachbargebieten bis in den Raum Waldmohr und Homburg hinein. Wie entstand und entwickelte sich die nationalsozialistische Bewegung, wie verlief die „Machtübernahme“, wie die anschließende Verfolgung von Regimegegnern? Auf diese Fragen geht der Autor ein aber auch auf die Saarabstimmung 1935. Und er berichtet vom Kübelberger Kommunisten Ernst Groß, der Flugblätter aus dem Saargebiet ins Reich einschmuggelte und dafür ins Konzentrationslager Dachau kam und dort umgebracht wurde.



Das Schicksal von Frauen aus der Ziegelfabrik Mittelbexbach, die Kontakte zu Zwangsarbeitern hatten und dafür von der örtlichen Parteiführung und Mitbürgern in entehrender Weise durch den Ort getrieben wurden, ist auch ein Thema. Ebenso, dass nach der Notlandung eines US-Bombers bei Bubach im Ostertal Spuren in die Nachbarregionen führten – auch nach Höchen.

Abschließend geht Referent Hans Kirsch auf den Einmarsch der Amerikaner ins Saarland und in die Pfalz ein.

Die Lesung wird durch Bilder illustriert. Sie beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.