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Kuriose Rekorde
Wo Rheinland-Pfalz gaaaaaanz groß ist ...

 Die größte Mausefalle der Welt: Die Erbauer Dietmar und Christiane Weides sitzen im Garten ihres Restaurants „Mausefalle“ in Neroth.  Fotos (3): dpa
Die größte Mausefalle der Welt: Die Erbauer Dietmar und Christiane Weides sitzen im Garten ihres Restaurants „Mausefalle“ in Neroth. Fotos (3): dpa FOTO: dpa / Harald Tittel
Trier. Von der Mausefalle in der Eifel bis zur gigantischen Tuba in der Pfalz glänzt das Land mit kuriosen Rekorden.

(dpa) Es sind vielleicht nicht das größte Museum und auch nicht der größte Turm Deutschlands, die in Rheinland-Pfalz stehen. Es gibt aber eine Reihe anderer Dinge, die im siebtgrößten Bundesland zu Hause sind – und die sogar weltweit die größten sind. Die Kuriosa reichen von der größten Mausefalle bis zum größten Paar Schuhe der Welt. Hier ein Überblick über Orte, wo Rheinland-Pfalz ganz groß ist.

In Neroth in der Eifel: Da steht die größte Mausefalle der Welt. Sie ist sechs Meter lang, drei Meter breit, 860 Kilo schwer – und damit 62-mal größer als eine klassische Schlag-Mausefalle. Sie fängt keine Mäuse, sondern ist „ein Gag und Hingucker“ im Garten des örtlichen Cafés „Mausefalle“. Dass die Rekordhalterin im Guinnessbuch der Rekorde dort steht, hat seinen Grund: „Wir sind ein Mausefallendorf“, sagt die Vorsitzende des Heimatvereins, Helga Wallenborn.

Denn in Neroth (Kreis Vulkaneifel) ist das Handwerk der Mausefallenmacher beheimatet: Fast eineinhalb Jahrhunderte lang entstanden in den Händen der Nerother die Drahtfallen, die Mäusen in ganz Deutschland gestellt wurden.

Über die Geschichte der Fallen und Exemplare aus aller Welt informiert ein Mausefallenmuseum in dem Ort. „Wir haben rund 200 Fallen“, sagt Helga Wallenborn. Darunter Rundfallen, automatische Wasserfallen oder Lebendfänger mit Falltür.



In Hauenstein in der Pfalz: Dort ist das weltweit größte Paar Lederschuhe zu sehen – und zwar im Deutschen Schuhmuseum. Es hat umgerechnet Schuhgröße 247: „Da kann sich ein Erwachsener reinsetzen und fotografieren lassen“, sagt der stellvertretende Museumsleiter Gerhard Seibel. Man habe ausgerechnet, dass ein Mensch, der dieses Paar Schuhe tragen wollte, knapp elf Meter groß sein müsste. Das Schuhpaar ist von Hand gefertigt und steht im Guinnessbuch der Rekorde.

Ebenso wie der größte Schuh der Welt, der mehr als sieben Meter lang ist - und Größe 1071 hat. Er sei aber derzeit nicht zugänglich, weil er gerade renoviert und repariert worden sei, sagt Seibel. Im nächsten Jahr ist das Kuriosum wieder zu sehen: Und zwar dann in einem eigenen Anbau am Schuhmuseum. Bislang habe der Mega-Treter auf einem LKW-Anhänger mit Plane gestanden. „Da war er sehr stark Wind und Wetter ausgesetzt.“ Hauenstein wird wegen seiner Bedeutung für die Schuhfertigung auch als „größtes Schuhdorf Deutschlands“ bezeichnet.

In Darscheid in der Eifel: Hier gibt es die größte Weinkarte von Rheinland-Pfalz – im Hotel von Martin Kucher. Genau 1469 Weine stehen derzeit auf seiner Karte. Und es werden noch mehr: „Ich habe etliche Neuzugänge. Dieses Jahr werden wir die 1500 überschreiten“, sagt er. Die Karte ist eigentlich ein Buch, 77 Seiten dick – und wird im Haus „die Weinbibel“ genannt. Kucher, Koch und Hotelier, ist Weinexperte und hat rund 25 000 Flaschen im Keller. Der älteste Tropfen ist von 1870, ein Rotwein von der Insel Madeira. „Die Flasche kostet 3500 Euro.“ Besonders stolz sei er, dass er als bekennender Moselriesling-Fan aus dem Anbaugebiet Mosel von heute bis 1911 alle Jahrgänge habe. Aus seinem Keller beliefert er auch Kunden in ganz Deutschland – und sei auch „Lieferant des Bundestages“. Das liege auch an seiner „Jahrgangstiefe“: Als Geschenke für Politiker würden oft ganz bestimmte Jahrgänge nachgefragt.

In der Burg Lichtenberg in der Pfalz: Da ist die angeblich größte Tuba der Welt zu sehen. Sie hat eine Höhe von 1,55 Metern, wiegt 45 Kilo und wird im Pfälzer Musikantenland-Museum ausgestellt. „Sie ist nur auf dem Boden aufgesetzt zu spielen“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Kreisverwaltung Kusel, Jan Fickert, im Museum bei Thallichtenberg. Der Durchmesser des Schallstückes beträgt 1,05 Meter. „Sie ist ein Schmuckstück und lockt viele Besucher an.“

Gebaut wurde das Blechblasinstrument 1899 als Sonderanfertigung vom Instrumentenbauer Rudolf Sander aus Wolfstein im Kreis Kusel. „Die Familie Sander hat ganz viele Instrumente gebaut, die in alle Welt gingen“, sagt Fickert.

Die Tuba, eine Subcontra C-Tuba, sei einst vom Sinfonischen Orchester San Francisco bestellt worden, sagt Fickert. Sie sei aber aus heute unbekannten Gründen nie in die USA gelangt. Im Jahr 1900 wurde sie auf der Weltausstellung in Paris gezeigt.

 Die größte Weinkarte von Rheinland-Pfalz: Martin Kucher hält das gute Stück in der Hand. Genau 1469 Weine stehen derzeit auf seiner Karte.
Die größte Weinkarte von Rheinland-Pfalz: Martin Kucher hält das gute Stück in der Hand. Genau 1469 Weine stehen derzeit auf seiner Karte. FOTO: dpa / Harald Tittel
 Die größte Tuba der Welt:  Nils (links) und Noah begutachten im Pfälzer Musikantenland-Museum das gigantische Instrument.
Die größte Tuba der Welt:  Nils (links) und Noah begutachten im Pfälzer Musikantenland-Museum das gigantische Instrument. FOTO: dpa / Harald Tittel
(dpa)