| 23:47 Uhr

Um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
Wirtschaft in Rheinland-Pfalz wächst kräftig

Volker Wissing, 
Wirtschafts­minister von 
Rheinland-Pfalz.
Volker Wissing, Wirtschafts­minister von Rheinland-Pfalz. FOTO: Fredrik von Erichsen / picture alliance / dpa
Mainz. Die Entwicklung liegt im Ländervergleich auf Platz vier hinter zwei Stadtstaaten und Bayern.

Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz ist trotz weltweiter Risiken im vergangenen Jahr deutlich stärker gewachsen als bundesweit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), also der Wert der im Land produzierten Waren und Dienstleistungen, legte um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, wie der Präsident des Statistischen Landesamtes, Marcel Hürter, am Mittwoch in Mainz unter Bezug auf vorläufige Berechnungen mitteilte. Rheinland-Pfalz liege damit im Ländervergleich gemeinsam mit Niedersachsen auf dem vierten Platz hinter Bremen, Berlin und Bayern. Deutschlandweit stieg das BIP im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) zeigte sich sehr zufrieden. „Trotz eines weltweit schwierigen Umfeldes haben wir ein sehr gesundes Wachstum hingelegt“, sagte Wissing. „Wir haben beim Export zum achten Mal in Folge einen neuen Spitzenwert erreicht.“ Er verwies aber auf die Diskussion über US-Schutzzölle auf Stahl und Aluminium und auf Auswirkungen des Brexits, des EU-Ausstiegs von Großbritannien. Wissing warb mit Blick auf mögliche Zölle für offene Märkte. Er sagte: „Das kann sich bei uns ganz konkret ganz schnell auch auf den Arbeitsmarkt auswirken.“ Die Unternehmerverbände LVU warnten vor Bundesgesetzen, die die Dynamik bremsen könnten wie Einschränkungen bei flexibler Beschäftigung oder die Mütterrente.

Für das laufende Jahr zeigte sich der Wirtschaftsminister zuversichtlich. „Es gibt Grund zu hoffen, dass sich dieses Wachstum noch weiter ausbauen lässt“, sagte Wissing. „Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll.“ 2016 war die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz nach früheren Zahlen um 1,5 Prozent gewachsen. Das korrigierten die Statistiker nun auf 0,8 Prozent nach unten.



Zugpferd im vergangenen Jahr war die Industrie. Der Zuwachs der Wirtschaftsleistung lag mit fast sechs Prozent nahezu doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. „Insbesondere die Chemie hat sich 2017 sehr erfolgreich entwickelt“, sagte Präsident Hürter. Im Fahrzeugbau gab es dagegen einen Rückgang. Die Land- und Forstwirtschaft litt unter Wetterkalamitäten und brach deshalb bei der Wirtschaftsleistung ein.

Die Exporte stiegen nach Angaben der Statistiker um rund fünf Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. Die meisten Ausfuhren – fast zwei Drittel – gehen in EU-Länder. Wichtigster Handelspartner ist Frankreich, die Geschäfte gingen allerdings leicht zurück. Dahinter folgen die USA, wo die Geschäfte trotz Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar besser liefen. China ist neu in den Top Ten der Handelspartner, die Exporte dorthin stiegen um 15 Prozent.

Ressortchef Wissing sagte zu, dass die verstärkten Investitionen in Landesstraßen wie geplant weitergehen sollen: „Ein exportierendes Bundesland braucht eine exzellente Verkehrsanbindung.“Im Jahr 2017 seien die Landesmittel vollständig verbaut worden.

(dpa)