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Amokfahrt von Münster
Was bislang über den Amokfahrer bekannt ist – und was nicht

Mit diesem Kleintransporter, der hier vom Tatort abtransportiert wird, fuhr der Täter in Münster in eine Menschenmenge.
Mit diesem Kleintransporter, der hier vom Tatort abtransportiert wird, fuhr der Täter in Münster in eine Menschenmenge. FOTO: Marius Becker / dpa
Münster. Nach und nach können die Ermittler mehr Informationen zum mutmaßlichen Todesfahrer von Münster sammeln. Doch einiges ist noch völlig unklar. Was bisher bekannt ist:

Herkunft: Nach den bisherigen Erkenntnissen stammte der Mann aus dem Sauerland und war Deutscher. Er soll 48 Jahre alt gewesen sein und schön länger in Münster gewohnt haben. Der Mann hatte laut Polizei vier Wohnungen – zwei in Ostdeutschland und zwei in Münster.



Hintergrund: Schon am Samstag hieß es, dass die Tat nach ersten Erkenntnissen keinen terroristischen oder islamistischen Hintergrund habe. Ermittler und Politiker bekräftigten das gestern.

Vorgeschichte: Der mutmaßliche Täter war der Polizei bereits wegen mehrerer kleiner Delikte bekannt. Es habe drei Verfahren in Münster gegeben und eines in Arnsberg aus den Jahren 2015 und 2016 – sie seien alle eingestellt worden, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin von Münster, Elke Adomeit. Es ging damals um eine Bedrohung, Sachbeschädigung, eine Verkehrsunfallflucht und Betrug. Man müsse den Sachverhalt der Verfahren noch aufklären. „Aber auf den ersten Blick haben wir hier keine Anhaltspunkte auf eine stärkere kriminelle Intensität, die wir bei dem Täter feststellen konnten“, sagte Adomeit.

Psyche: Nach dpa-Informationen war der Täter psychisch labil. Gestern erklärte die Politei, der Mann sei bereits mit Suizid-Gedanken aufgefallen. Ende März habe er eine E-Mail an Bekannte verschickt, wo­raus sich „vage Hinweise“ auf Selbstmordgedanken ergaben, aber keine auf „die Gefährdung anderer Personen.“ Medienberichte, wonach in einer seiner Wohnungen auch ein 18-seitiges Schreiben über Probleme und Komplexe aus seinem Leben gefunden wurde, bestätigten die Ermittler zunächst nicht.

Waffen: Der Fahrer des Autos hat sich nach Angaben der Ermittler nach der Tat noch in seinem Wagen erschossen. In dem Campingbus fanden Polizisten später diese Waffe, eine Schreckschusswaffe und rund ein Dutzend Feuerwerkskörper. In einer Wohnung des Mannes fand die Polizei auch eine nicht brauchbare Maschinenpistole.

Motiv: Was trieb den Täter an? Die Ermittler sagten zunächst nur, dass die Tat nach ersten Erkenntnissen keinen politischen Hintergrund hatte. Das habe die Durchsuchung der Wohnungen ergeben. Seit gestern verdichten sich vielmehr die Hinweise auf eine psychische Störung.