| 22:20 Uhr

Lothringen/Elsass
Warnwesten-Protest auch an Grenze zu Deutschland

Metz/Straßburg. (sbu) In Lothringen und im Elsass haben sich tausende Bürger auf Facebook verabredet, um am 17. November ab acht Uhr morgens mit Autos und Motorrädern Straßen zu blockieren und gegen die hohen Benzinpreise zu protestieren. Von Silvia Buss

„Für die Deutschen, die am Samstag wie gewohnt zum Einkaufen über die Grenze fahren, wird es äußerst schwierig werden“, warnt Julia Bitran vom Fernsehsender Mosaik in Saargemünd. Sie und ihr Team stehen mit Organisatoren der Protestaktionen in Kontakt. Einen Protestschwerpunkt wird es ihr zufolge gleich hinter der Grenze geben, wo sich zahlreiche Warnwesten-Protesler bei Grossbliederstroff treffen. Eine Gruppe werde von dort aus im Korso Richtung St. Avold aufbrechen und auf der Autobahn im Schneckentempo („opération escargot“) mit fünf Stundenkilometern fahren. Eine zweite Gruppe wolle von dort aus alle Verkehrskreisel bei Saargemünd mit ihren Fahrzeugen besetzen und so die Hauptzufahrten zur Stadt blockieren. „Da will sogar ein Mann in seinem Rollstuhl mitmachen“, so Bitran. Auch vor der Unterpräfektur im Saargemünder Stadtzentrum, in Forbach, St. Avold, Bitsch und kleineren Orten wie Puttelange, Sarre-Union haben sich Bürger, meist auf großen Parkplätzen in Gewerbegebieten verabredet. Wo genau und welche Art von Aktionen sie dann machen, wird oft erst vor Ort bekannt gegeben.

Die Prefäkturen von Moselle und Meruthe-et-Moselle haben diese Woche in Mitteilungen die Bevölkerung gewarnt, dass Verantwortliche und Teilnehmer von nicht angemeldeten Demonstrationen und Autobahnblockaden bestraft werden. Einige Aktivisten haben die „Schneckentempo“-Aktionen daher angemeldet und mahnen Teilnehmer, sich an die Regeln zu halten. „In Sarrebourg machen wir keine halben Sachen“, schreibt ein gewisser Rémi auf Facebook – und ruft zu einem gigantischen Barbecue auf der Nationalstraße N4 auf.

Versammlungen der Warnwesten-Protestler werden auch in Metz, Nancy und in Thionville erwartet. Dem Metzer Weihnachtsmarkt, der am Samstag eröffnet, könnte das das Geschäft verhageln. Schwerpunkte der Proteste im Elsass sind Straßburg, Colmar, Sélestat und Mülhausen.