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Wahlsiegerin Kramp-Karrenbauer will zügig Koalition mit SPD bilden

Saarbrücken. Das Saarland wird in Zukunft aller Voraussicht nach von einer großen Koalition unter Führung von Annegret Kramp-Karrenbauer regiert. Die CDU der amtierenden Ministerpräsidentin wurde bei der vorgezogenen Landtagswahl gestern überraschend klar stärkste Partei vor der SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas

Saarbrücken. Das Saarland wird in Zukunft aller Voraussicht nach von einer großen Koalition unter Führung von Annegret Kramp-Karrenbauer regiert. Die CDU der amtierenden Ministerpräsidentin wurde bei der vorgezogenen Landtagswahl gestern überraschend klar stärkste Partei vor der SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas. Kramp-Karrenbauer und Maas bekräftigten gestern ihre Absicht, zügig eine große Koalition zu bilden. Maas sagte: "Ich werde den Gremien der SPD vorschlagen, dass wir Koalitionsgespräche mit der CDU aufnehmen." Eine Koalition mit der Linken stehe nicht zur Debatte.Kramp-Karrenbauer erklärte: "Die Saarländer wollen deutliche Verhältnisse, sie wollen eine große Koalition, und sie wollen Annegret Kramp-Karrenbauer als Ministerpräsidentin." Sie kündigte eine "Koalition auf Augenhöhe" an.

Die CDU erreichte nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 35,2 Prozent, ein leichtes Plus gegenüber 2009 (34,5) und 19 Sitze im Landtag. Die SPD gewann über sechs Punkte auf 30,6 Prozent (2009: 24,5) hinzu. Sie hatte sich allerdings erhofft, stärkste Partei zu werden und mit Maas den Ministerpräsidenten stellen zu können. Sie verfügt künftig über 17 Sitze im Landtag. Die Linke mit Spitzenkandidat Lafontaine verlor rund fünf Punkte auf 16,1 Prozent (2009: 21,3) und hat nun neun Mandate.

Erstmals im Saar-Landtag werden die Piraten vertreten sein - mit vier Mandaten. Sie erreichten aus dem Stand 7,4 Prozent. Auch den Grünen gelang der Einzug ins Parlament, allerdings nach einer langen Zitterpartie. Die ehemalige Jamaika-Regierungspartei übersprang die Fünf-Prozent-Hürde nur um 185 Stimmen. Die Saar-FDP, bis Januar Teil der Jamaika-Koalition, stürzte auf 1,2 Prozent ab (2009: 9,2). Die Wahlbeteiligung lag bei 61,6 Prozent. > Seiten 2, 3, 4, 25 und 26: Berichte, Meinung, Analyse, Ergebnisse red



Foto: Dedert/dpa