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Vor dem AfD-Parteitag: Noch hält der Burgfrieden

Stacheldraht und Polizeiabsperrbänder auf dem Messegelände in Stuttgart, wo der AfD-Parteitag tagt. Foto: Christoph Schmidt/dpa
Stacheldraht und Polizeiabsperrbänder auf dem Messegelände in Stuttgart, wo der AfD-Parteitag tagt. Foto: Christoph Schmidt/dpa FOTO: Christoph Schmidt/dpa
Stuttgart. Die AfD hat sich vor ihrem Bundesparteitag in Stuttgart vorgenommen, persönliche Rivalitäten erst einmal zurückzustellen. Zwar gab es am Freitagabend auf dem Podium der Kongresshalle noch einmal Diskussionen über die Sitzordnung für die Mitglieder des Bundesvorstandes. Bei einem Empfang der Parteispitze am Vorabend des zweitägigen Parteitages war die Stimmung zwar etwas angespannt, aber friedlich. Parteichefin Frauke Petry sagte, sie habe es satt, dass sie in Interviews ständig aufgefordert werde, Äußerungen des Thüringer AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke zu kommentieren. Partei-Vize Albrecht Glaser sagte: "Wir haben netto etwa 11,5 Stunden Zeit hier in Stuttgart über unser Grundsatzprogramm zu beraten. Ich hoffe, dass wir es schaffen werden, die wichtigsten Kapitel zu beschließen." Die stellvertretende Vorsitzende Beatrix von Storch kündigte an, es sei davon auszugehen, dass der Satz "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" Teil des Programms sein werde. Agentur

Ein weiterer Tagesordnungspunkt in Stuttgart dürfte die vom Bundesvorstand betriebene Auflösung des AfD-Landesverbandes im Saarland sein. Die Spitze des saarländischen Verbandes, die wegen Kontakten zu Rechtsextremen in der Kritik steht, sträubt sich dagegen.

Begleitet von einem starken Polizeiaufgebot berät die AfD diesem Samstag auf ihrem Bundesparteitag in Stuttgart über ein Grundsatzprogramm. Mehr als 1000 Sicherheitskräfte stehen vor dem Messegelände bereit, um mögliche Konfrontationen zwischen Parteimitgliedern und linken Demonstranten zu verhindern. Für den Bundesparteitag haben sich mehr als 2000 AfD-Mitglieder angemeldet.

Auf dem Parteitag stehen keine Vorstandswahlen an. Parteivize Alexander Gauland sagte vor Beginn: "Der Parteitag ist ein wichtiger Schritt zur Verankerung der AfD in der Gesellschaft Deutschlands." Die meisten Vorstandsmitglieder gehen aber davon aus, dass es wegen großer Meinungsverschiedenheiten nicht gelingen wird, ein vollständiges Programm zu verabschieden.