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| 23:24 Uhr

„Volker Kauder stellt alle Muslime unter Generalverdacht“

Eine staatliche Überwachung von Moscheen ist falsch, sagt Ekin Deligöz von den Grünen. Warum, das erklärte die Bundestagsabgeordnete jetzt Merkur -Korrespondent Hagen Strauß.

Frau Deligöz, sind Sie verärgert über Volker Kauder ?

Deligöz: Ich finde seine Herangehensweise sehr unredlich. Er begegnet einem ernsten Problem, für das wir wirkliche Lösungen finden müssen, damit, dass er alle Muslime unter Generalverdacht stellt. So findet man nicht zusammen und so funktioniert auch der Dialog nicht.

Sie sagen, die Radikalisierung in Moscheen ist ein Problem. Was tun?

Deligöz: Wir brauchen die Mühen der Ebene. Auch die deutschen Behörden sind auf die Kooperation der Gemeindemitglieder oder der Träger von Moscheen angewiesen. Deswegen müssen wir helfen, dass sich dort eine Zivilgesellschaft entwickelt, die genau hinschaut und auf solche Entwicklungen achtet.

Das klingt leichter gesagt als getan.

Deligöz: Dafür brauchen wir den Dialog. Jetzt wäre es an der Zeit, dass Herr Kauder das Gespräch mit den muslimischen Verbänden sucht. 90 Prozent der Muslime in diesem Land sind mindestens genauso für den demokratischen Rechtsstaat, für den wir alle einstehen. Wir müssen sie als Partner sehen und nicht wie Herr Kauder gegen den Kopf stoßen.

Wie wichtig ist es, dass Imame in den Moscheen Deutsch sprechen?

Deligöz: Das halte ich für absolut wichtig. Die Imam-Ausbildung, die wir in Deutschland inzwischen haben, ist notwendig. Wir müssen sie stärker unterstützen. Aber auch da gilt, im partnerschaftlichen Dialog vorzugehen. Nur das schafft Akzeptanz.

Die CSU fordert eine Deutschpflicht in Moscheen . Ist das wirklich nötig?

Deligöz: Das ist doch eine Scheinlösung; eine der vielen Säue, die wir durchs Land jagen, ohne zu überlegen, ob es was bringt oder nicht. Ich bin in vielen Gemeinden unterwegs. Die neue Generation der Muslime ist sehr deutschaffin. Das haben viele Moscheen bereits erkannt, weil sie diese jungen Menschen erreichen wollen. Und übrigens: Wenn man Radikalisierung in den Köpfen verhindern will, muss man das in allen Sprachen machen.