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50 000 Amerikaner in Deutschland
USA drohen Deutschland mit Truppenabzug

Berlin. Nirgendwo in Europa gibt es so viele US-Soldaten wie in Deutschland. Auch in Rheinland-Pfalz gibt es US-Militärbasen. Aber wie lange noch?

Die USA haben ihre Drohungen mit einem Teilabzug ihrer Truppen aus Deutschland verschärft. „Es ist wirklich beleidigend zu erwarten, dass der US-Steuerzahler weiter mehr als 50 000 Amerikaner in Deutschland bezahlt, aber die Deutschen ihren Handelsüberschuss für heimische Zwecke verwenden“, sagte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, der Deutschen Presse-Agentur.

US-Präsident Donald Trump allerdings wich der Frage nach einem drohenden Teilabzug aus Deutschland am Freitag aus. Auf die Frage nach einer Verlegung von Soldaten sagte Trump, Polen sei ein enger Freund der Vereinigten Staaten. Zudem habe Warschau angeboten, auf eigene Kosten einen Stützpunkt für die US-Truppen zu bauen. „Sie haben angeboten, für unsere Truppen und vieles andere zu zahlen. So sollte es auch sein“, sagte er.

Trump hatte eine Verlegung von Deutschland nach Polen im Juni bei einem Besuch des polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington ins Spiel gebracht. Vor seinem Polen-Besuch Ende August könnte die Ankündigung nun konkreter werden. Bereits am Donnerstag twitterte die US-Botschafterin in Polen, Georgette Mosbacher: „Polen erfüllt seine Zahlungsverpflichtung von zwei Prozent des BIP gegenüber der Nato. Deutschland tut das nicht. Wir würden es begrüßen, wenn die amerikanischen Truppen in Deutschland nach Polen kämen.“



In Deutschland sind die meisten US-Truppen in Europa stationiert. Die Kommandozentralen für die US-Truppen in Europa und Afrika sind in Stuttgart und der wichtigste Luftwaffenstützpunkt der USA im rheinland-pfälzischen Ramstein.

35 000 US-Soldaten sind derzeit in Deutschland stationiert. Hinzu kommen 17 000 amerikanische und 12 000 deutsche Zivilisten, die die US-Truppen beschäftigen.

(dpa)