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Theresa May wird morgen britische Premierministerin

Bereits morgen wird Theresa May als neue britische Premierministerin in der Downing Street 10 einziehen. Foto: Andy Rain/dpa
Bereits morgen wird Theresa May als neue britische Premierministerin in der Downing Street 10 einziehen. Foto: Andy Rain/dpa FOTO: Andy Rain/dpa
London. Lange Querelen in Großbritannien um die Nachfolge von David Cameron und plötzlich die schnelle Lösung: Theresa May wird noch in dieser Woche in der Londoner Downing Street regieren. Sie will sicherstellen, dass ihr Land die EU verlässt, den Antrag hierzu aber nicht vor Jahresende in Brüssel einreichen. Agentur

Die britische Innenministerin Theresa May zieht bereits am morgigen Mittwoch als britische Premierministerin in Downing Street 10 ein. Noch-Premier David Cameron wird am selben Tag seinen Rücktritt Königin Elizabeth II. anbieten. Das kündigte der Konservative gestern Nachmittag in London an. Nur wenige Stunden zuvor hatte Mays einzige verbliebene Konkurrentin im Rennen um die Parteiführung und damit auch um die Nachfolge Camerons als Regierungschef, Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom, überraschend aufgegeben. Am heutigen Dienstag werde er seine letzte Kabinettssitzung abhalten, sagte Cameron.

Kurz darauf wurde May offiziell zur Vorsitzenden der Konservativen Partei gewählt. Das teilte der Vorsitzende des zuständigen Tory-Komitees, Graham Brady, in London mit.

May kündigte in einer Grundsatzrede an, dass sie als Premierministerin sicherstellen werde, dass Großbritannien die EU verlässt. Es werde keine Versuche geben, "durch die Hintertür" in der Union zu bleiben. "Brexit bedeutet Brexit - und wir werden einen Erfolg daraus machen."



Bereits zuvor hatte sie allerdings signalisiert, sich mit offiziellen Austrittsverhandlungen aus der EU Zeit lassen zu wollen. Sie werde den Antrag auf Austritt aus der EU nicht vor Jahresende stellen - sehr zum Ärger der EU-Staaten, die auf eine schnelle Lösung pochen. May hatte während des Brexit-Wahlkampfs für den Verbleib in der EU plädiert. Sie trat mit ihrer Meinung aber nur sehr verhalten in Erscheinung - jetzt präsentiert sie sich als Versöhnerin, die die tief zerstrittenen Tories einigen könne.

Leadsom sagte zur Begründung ihres Verzichts, nach dem Brexit-Votum benötige das Land rasch eine neue, starke Führung. "Wir brauchen so schnell wie möglich einen neuen Premierminister ." Ein langer Wahlkampf vor einer Urwahl der Parteibasis sei jetzt nicht ratsam. Die Wirtschaft sowie die in Großbritannien lebenden EU-Migranten brauchten Klarheit, wie es weitergehe.

May und Leadsom hatten in der vergangenen Woche angekündigt, bei einer Wahl der Parteibasis anzutreten. Erst Anfang September wäre dann eine Entscheidung gefallen. > Seite 5: Bericht und Meinung