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US-Präsident kündigt auf Twitter Angriff an
Syrien-Konflikt: Trump kündigt Militärschlag an

US-Präsident Donald Trump droht per Twitter mit Angriff.
US-Präsident Donald Trump droht per Twitter mit Angriff. FOTO: Susan Walsh / dpa
Washington. Das Säbelrasseln der großen Akteure im Syrienkrieg wird immer lauter — und bringt das Verhältnis der USA zu Russland auf einen neuen Tiefpunkt. US-Präsident Donald Trump hat sich nun an Moskau gewandt und einen Angriff auf das vom Kreml gestützte Syrien angekündigt.

Im Syrienkrieg droht eine direkte militärische Konfrontation zwischen den Großmächten USA und Russland. Nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien steht womöglich ein US-Rakentenangriff in dem Bürgerkriegsland bevor. US-Präsident Donald Trump twitterte gestern: „Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach‘ Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (. . .)“. Die Raketen seien „schön und neu und ,smart’“. Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, hatte zuvor erklärt, dass Russland – ein enger Verbündeter Syriens – jegliche US-Rakete auf syrischem Hoheitsgebiet abfangen werde.

Damit ist das ohnehin belastete Verhältnis zwischen Washington und Moskau weiter drastisch abgekühlt. Trump ging gestern sogar noch einen Schritt weiter: „Unser Verhältnis zu Russland ist jetzt schlechter, als es das je war, und das schließt den Kalten Krieg mit ein“, schrieb der US-Präsident auf Twitter. Trump gab Russland eine Mitschuld für eine Eskalation des Konflikts. Moskau dürfe sich nicht mit einem „Tier“ verbünden, das mit Gas töte, fügte er hinzu und meinte damit offensichtlich den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Trump verknüpfte seine an Russland gerichteten Worte direkt mit innenpolitischen Aspekten. „Vieles von dem bösen Blut mit Russland wird durch die falsche und korrupte Russland-Untersuchung verursacht, die von den Loyalisten der Demokraten geführt wird, oder von Leuten, die für Obama gearbeitet haben“, schrieb Trump. Sonder­ermittler Robert Mueller ist der umstrittenste von allen, mit Ausnahme des stellvertretenden Justizministers Rod Rosenstein.



Die USA machen Assads Regierung für den mutmaßlichen Angriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta verantwortlich und haben bereits in den vergangenen Tagen mit militärischen Schritten gedroht.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land wurden schon in der Nacht zum Dienstag in volle Alarmbereitschaft versetzt. Die syrischen Streitkräfte räumten gestern weitere Stützpunkte. Unter diesen sei auch die Militärbasis Dmeir, von der aus zuletzt die Luftangriffe der Regierung auf die belagerte Rebellenhochburg Ost-Ghuta ausgeführt wurden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bereits am Dienstag hatte die syrische Armee begonnen, sich von einigen Stützpunkten zurückzuziehen, um einer möglicherweise amerikanischen Attacke weniger Angriffsfläche zu bieten.

(dpa)