| 23:11 Uhr

Auch Pirmasens ist strukturell schwach
Studie stuft Westpfalz als Problemregion ein

Berlin/Köln. Das Institut der deutschen Wirtschaft sieht 19 Regionen in ganz Deutschland als gefährdet — und meldet Handlungsbedarf an.

Schwächelnde Wirtschaft, Abwanderung, marode Infrastruktur: Wer bei diesen Problemen nur an ländliche Regionen oder an Gegenden in den neuen Bundesländern denkt, macht es sich einer neuen Studie zufolge zu einfach. „Schließlich gibt es auf der einen Seite auch ökonomisch sehr erfolgreiche, eher ländlich geprägte Kreise“, schreiben die Autoren des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) in einer Analyse zur Zukunft der Regionen in Deutschland, die sie am Donnerstag in Berlin vorstellten. „Auf der anderen Seite finden sich aber auch strukturell sehr schwache Städte“ – nicht nur im Osten, sondern auch im Westen wie zum Beispiel Pirmasens.

Das Institut stuft 19 Regionen als gefährdet ein. Der Handlungsbedarf sei dabei am größten in der Altmark, in Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg (beide Sachsen-Anhalt) sowie den Ruhrgebietsregionen Emscher-Lippe und Duisburg/Essen.

Für die Studie untersuchte das IW Köln, wie von ihr zuvor definierte Regionen in Deutschland bei den Themen Wirtschaft, Demografie und Infrastruktur abschneiden. Dafür bewertete es die Gebiete nach insgesamt zwölf messbaren Indikatoren wie etwa die Arbeitslosenquote, Kaufkraft, das Durchschnittsalter der Bevölkerung, die Geburtenrate oder die Verschuldung.



Bei der ökonomischen Entwicklung gibt es drei westdeutsche Standorte, bei denen die Autoren großen Nachholbedarf sehen: Die Regionen Duisburg/Essen, Bremerhaven und Emscher-Lippe sind geprägt von einer hohen Arbeitslosenquote, geringer Produktivität und starker Verschuldung der privaten Haushalte.

Bei der infrastrukturellen Entwicklung sieht die Studie vor allem Probleme erneut in der Region Emscher-Lippe sowie in Trier und der Westpfalz, der vor allem eine hohe kommunale Verschuldung zu schaffen macht.

(dpa)