| 23:14 Uhr

Studie der OECD
Die Deutschen trinken, rauchen und essen zu viel

 Alkohol: Ein Genussmittel, das für viele leider zur Droge wird.
Alkohol: Ein Genussmittel, das für viele leider zur Droge wird. FOTO: dpa / Jens Büttner
Berlin/Paris. Die Deutschen konsumieren im Schnitt elf Liter Alkohol pro Jahr, 19 Prozent rauchen zudem. Und: 60 Prozent der Bürger sind zu dick.

(afp) Trotz aller Gesundheitskampagnen und gut gemeinten Appelle an die Bürger: Ungesunde Lebensstile sind in Deutschland nach wie vor weit verbreitet, wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Berlin und Paris mitteilte. Die Deutschen trinken demnach mehr Alkohol – rund elf Liter pro Jahr – als die Menschen im Schnitt der 36 Mitgliedstaaten. Zudem sei der Anteil der Raucher mit 19 Prozent der Bevölkerung überdurchschnittlich hoch. Dazu kommt ein ungesundes Essverhalten, wie die OECD in ihrer Studie „Gesundheit auf einen Blick“ rügt: 60 Prozent der Deutschen seien übergewichtig oder fettleibig. Zudem litten die Bundesbürger häufiger unter chronischen Erkrankungen wie Diabetes als der Durchschnitt der Menschen in den OECD-Ländern.

Laut Studie starben in Deutschland rund 120 000 Menschen 2016 an vermeidbaren Ursachen wie Lungenkrebs oder durch Alkohol bedingten Krankheiten. Diese könnten „durch effektive öffentliche Gesundheitsmaßnahmen und primäre Präventionsmaßnahmen verhindert werden“, mahnte die OECD an.

Als Beispiel nannte die Organisation ein „komplettes Werbeverbot für Tabakprodukte“, das es in vielen Ländern bereits gebe.



Die Sterblichkeitsrate aufgrund von Ursachen wie Rauchen oder Trinken liege in Deutschland zwar rund zehn Prozent unter dem OECD-Durchschnitt, hieß es weiter – aber eben deutlich über den Werten anderer westeuropäischer Staaten wie den Niederlanden oder der Schweiz.

Der OECD gehören die meisten EU-Staaten an sowie Industrie- und Schwellenländer wie die USA, Mexiko und Südkorea.

(AFP)