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Wer koaliert mit wem?
SPD gewinnt Niedersachsen-Wahl

 Ministerpräsident Stephan Weil und seine SPD dürfen in Niedersachsen nach der gewonnenen Landtagswahl wohl weiterhin regieren.
Ministerpräsident Stephan Weil und seine SPD dürfen in Niedersachsen nach der gewonnenen Landtagswahl wohl weiterhin regieren. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Hannover. Die SPD hat in Niedersachsen die in Umfragen lange führende CDU deklassiert. Eine Fortsetzung von Rot-Grün in Hannover ist aber wohl nicht möglich.

(dpa) Triumph für die SPD, schwere Schlappe für die CDU: Drei Wochen nach ihrer historischen Niederlage bei der Bundestagswahl haben die Sozialdemokraten die Landtagswahl in Niedersachsen überraschend klar gewonnen. Eine Fortsetzung von Rot-Grün ist nach den Hochrechnungen aber voraussichtlich nicht möglich. Die CDU fiel auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959 – dabei hatte sie in Umfragen lange Zeit geführt.

Die Koalition in Niedersachsen ist das letzte rot-grüne Bündnis in einem Flächenland. Sollte es endgültig nicht für die von SPD und Grünen favorisierte Fortsetzung reichen, steht in Hannover eine schwierige Regierungsbildung bevor.

Rechnerisch möglich sind in jedem Fall eine große Koalition aus SPD und CDU, ein Ampelbündnis von SPD, FDP und Grünen sowie eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen, wie sie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bund anstrebt. Die Liberalen schlossen eine Ampel am Wahlabend aber nochmals kategorisch aus. Die Grünen ließen ihre Haltung zu einer Jamaika-Koalition zunächst offen.



Die Sozialdemokraten werden nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zum ersten Mal seit 1998 wieder stärkste Kraft – mit 36,9 Prozent (2013: 32,6). Die CDU kommt nur noch auf 33,6 bis 33,8 Prozent (36,0). Die Grünen verlieren ebenfalls, erreichen aber mit 8,8 bis 8,9 Prozent (13,7) immerhin Platz drei. Die FDP landet bei 7,4 bis 7,5 Prozent (9,9).

Die AfD schafft mit 6,1 Prozent den Einzug ins Parlament. Die Linke verfehlt mit 4,6 Prozent (3,1) den Sprung in den Landtag. Damit sind künftig fünf statt vier Parteien im Landtag in Hannover vertreten. Die Wahlbeteiligung stieg auf 63,1 bis 63,5 Prozent (59,4 Prozent).

Die Sitzverteilung sieht bei der ARD – ausgehend von 135 Sitzen – so aus: CDU 49 (2013: 54), SPD 54 (49), Grüne 13 (20), FDP 10 (14) und die AfD 9 (0). Rot-Grün kommt damit – ohne Überhangmandate – auf 67 Mandate. Die absolute Mehrheit liegt bei 68 Mandaten.

Nach einer Analyse von Infratest dimap für die ARD wird es im neuen Landtag aber infolge von Überhangmandaten voraussichtlich 142 Sitze geben. SPD und Grüne kämen danach auf 70 Sitze, was ebenfalls nicht reichen würde.

Nach Berechnungen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF wird es wohl nur ein Überhang- und ein Ausgleichsmandat geben. Damit gäbe es 137 Sitze im Parlament. Rot-Grün erreicht demnach 68 Mandate, was ebenfalls zu wenig wäre.

(dpa)