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Spanien und Italien
Sorgen sind verständlich

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Dass in Brüssel nach den jüngsten Entwicklungen in Spanien und Italien keine Jubelstürme ausbrechen, ist verständlich. Allerdings ist es schon geboten, die Situation in den beiden Ländern differenziert zu betrachten: In Spanien ist nach dem Sturz von Rajoy keine Anti-EU-Bewegung an die Macht gekommen. Von Gerrit Dauelsberg

Sorge sollte eher die Frage bereiten, ob die spanischen Sozialdemokraten ohne eigene Mehrheit stabil regieren können. Zudem ist völlig unklar, welchen politischen Kurs das hoch verschuldete Land künftig fährt. Fest steht nur, dass die linksalternative Protestpartei Podemos ab sofort ein gewichtiges Wörtchen mitreden wird.

In Italien ist die Situation dramatischer: Dort regieren jetzt EU-Gegner und Fremdenfeinde. Doch dass man sich in Brüssel und Berlin die Regierungen seiner Partnerländer nicht aussuchen kann, sollte man spätestens seit Erdogan, Orban und Trump wissen.