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Biographie eines Widerstandskämpfers
So lebte und starb der Saarbrücker Willi Graf

Saarbrücken. Willi Graf wurde am 2. Januar 1918 geboren, seine Eltern stammten aus dem Rheinland. Die Familie zog 1922 nach Saarbrücken. Sein Vater leitete den Johannishof der katholischen Kirchengemeinde St. Von Cathrin Elss-Seringhaus

Johann in der Mainzer Straße. Willi Graf war Messdiener in der Basilika St. Johann, später schloss er sich der Hitler-feindlichen bündischen katholischen Jugend an. Nach seinem Abitur am Saarbrücker Ludwigsgymnasium studierte er in Bonn Medizin, wurde zwischen 1939 und 1942 Sanitäter im Zweiten Weltkrieg. 1942 kam er in München in Kontakt mit der „Weißen Rose“, die Sophie und Hans Scholl gegründet hatten. Am 18. Februar 1943 wurde er gemeinsam mit ihnen verhaftet, zwei Monate später vom Volksgerichtshof und dessen Präsidenten Roland Freisler in München zum Tode verurteilt. Der Volksgerichtshof war die höchste juristische Instanz des NS-Regimes für politische Strafsachen. Freisler kam 1945 bei einem US-Luftangriff in Berlin ums Leben

Vollstreckt wurde das Urteil gegen Graf erst am 12. Oktober 1943, nach 250 Tagen Haft. Der Geburtstag des Saarländers jährte sich im Januar zum 100. Mal, sein Todestag liegt am heutigen Tag 75 Jahre zurück. Graf wurde 25 Jahre alt.

Auf Wunsch seiner Familie kamen 1946 seine sterblichen Überreste nach Saarbrücken. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Alten Friedhof St. Johann. 2003 wurde er zum Saarbrücker Ehrenbürger ernannt, 2018 gab die Landeshauptstadt ein Porträt bei der Künstlerin Juliana Hümpfner in Auftrag. Es hängt im Saarbrücker Rathaus.



Heute und morgen finden in Saarbrücken mehrere Gedenkveranstaltungen statt. Infos im Netz unter: www.saarbruecken.de/willigraf