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Hitze und Schulbeginn in Rheinland-Pfalz
Heißer Start ins neue Schuljahr

Mainz. Nach sechs Wochen Sommerferien wird wieder gepaukt an den Schulen in Rheinland-Pfalz – wegen der Hitze aber unter erschwerten Bedingungen beziehungsweise kürzer als sonst. Für die Erstklässler beginnt erst am heutigen Dienstag der Ernst des Lebens. Von Iris Neu-Michalik

Bei hochsommerlichen Temperaturen ist in Rheinland-Pfalz für nahezu 500 000 Kinder und Jugendliche die Schule wieder losgegangen. Die landesweite Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier ging davon aus, dass wegen der Hitze derzeit in vielen Schulen hitzefrei gegeben werde. Zahlen lägen aber nicht vor. Denn darüber entscheide die jeweilige Schulleitung vor Ort, sagte eine Sprecherin der Behörde am gestrigen Montag.

Dass die Entscheidung vor Ort gefällt werde, sei auch sinnvoll, denn dort kenne man die Gegebenheiten und die Temperaturen in den Gebäuden am besten. Ein zentral verfügtes Hitzefrei existiere schon seit Anfang der 1990er Jahre nicht mehr.

Klar sei aber: Hitzefrei sei „das letzte Mittel“. Es solle nur gegeben werden, wenn alle anderen Möglichkeiten wie zum Beispiel ein Wechsel der Klassenzimmer oder des Gebäudes ausgereizt seien. „Wenn das ein 1970er Jahre-Plattenbau ist, der sich aufheizt, dann geht es nicht anders.“ Teilweise würden auch Unterrichtsstunden verkürzt.



In Trier etwa haben Schüler derzeit wegen der hohen Temperaturen weniger Unterricht. Gestern gab es am Auguste-Viktoria-Gymnasium und am Max-Planck-Gymnasium keinen Nachmittagsunterricht: Schulende für alle Schüler ab der Klasse sechs war spätestens um 13 Uhr, teilten die Schulen mit. Heute und morgen würden die Unterrichtsstunden auf jeweils 35 Minuten verkürzt. Damit ende die sechste Stunde bereits um zwölf Uhr, der Nachmittagsunterricht um spätestens 14.05 Uhr. Sollten die hohen Temperaturen anhalten, werde die Regelung auf weitere Tage ausgedehnt. Man habe sich für verkürzte Stunden entschieden, um den kompletten Ausfall einzelner Stunden zu vermeiden.

Ungeachtet der Hitze sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD): „Wir haben einen guten Start ins neue Schuljahr“. Für das Schuljahr 2018/19 wurden 994 Lehrerinnen und Lehrer neu eingestellt, bei insgesamt rund 41 000 hauptamtlichen Lehrkräften zum Ende des Schuljahrs 2017/18 konnten nach Angaben des Ministeriums fast alle Planstellen besetzt werden.

Für die 35 430 Erstklässler im Land geht es erst am heutigen Dienstag mit der Einschulung los. Schokolade in Schultüten dürfte fehl am Platze sein, denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach rechnet dann mit dem Höhepunkt der Hitzewelle mit 35 bis 39 Grad.

Insgesamt ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen im Land weiter zurückgegangen, um 1565 oder 0,4 Prozent auf 409 800. Hinzu kommen 119 500 Schüler an Berufsschulen.