| 00:59 Uhr

Schloss-Streit kommt vor Gericht

Wuppertal. Darf ein großes Anwesen aus Schiefer und Fachwerk Schloss genannt werden? Um diese Frage dreht sich ab heute ein Prozess vor dem Wuppertaler Landgericht. Ein Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat gegen einen Geschäftsmann geklagt, der sein Anwesen in Solingen mit der Bezeichnung "Schloss Grünewald" für Veranstaltungen bewirbt

Wuppertal. Darf ein großes Anwesen aus Schiefer und Fachwerk Schloss genannt werden? Um diese Frage dreht sich ab heute ein Prozess vor dem Wuppertaler Landgericht. Ein Verein zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat gegen einen Geschäftsmann geklagt, der sein Anwesen in Solingen mit der Bezeichnung "Schloss Grünewald" für Veranstaltungen bewirbt. Nach Meinung des in München ansässigen Vereins handelt es sich bei dem Gebäude aber gar nicht um ein Schloss. Ein Schloss sei ein repräsentatives Gebäude, das einem Herrscher gedient habe und seit seiner Errichtung als Schloss bezeichnet werde, gab das Gericht die Ansicht der Kläger wieder. Das sieht der beklagte Eigentümer Birger Zimmermann ganz anders. "Aus dem Blickwinkel der Ludwig II.-Neuschwanstein-Romantik sieht die Welt natürlich anders aus", sagte er gestern. Die Kläger aus Bayern wüssten nicht, dass im Bergischen Land Schlösser auch aus Fachwerk gebaut würden. In der Chronik auf der Internet-Seite des Hauses heißt es, die Existenz der mittelalterlichen Hofstelle "Grünewald" sei urkundlich erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt und das Gebäude im 19. Jahrhundert zu einem "schlossähnlichen Herrensitz" ausgebaut worden. dpa