| 23:50 Uhr

Diesel, Benzin, Kerosin
Rheinland-Pfalz darf auf Ölreserven zugreifen

Berlin. Die Bundesregierung hat einigen Bundesländern erlaubt, aus Vorratslagern begrenzte Mengen von Diesel, Benzin und Flugzeug-Kraftstoff zu entnehmen.

Die Bundesregierung hat Rheinland-Pfalz und andere Regionen in Deutschland ausnahmsweise den Zugriff auf Treibstoff aus der Erdöl-Reserve erlaubt. Hintergrund ist einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge der niedrige Wasserstand des Rheins, der die Versorgung der Wirtschaft gefährdet. Wie das Bundeswirtschaftsministerium im Bundesanzeiger angibt, geht es um begrenzte Mengen von Diesel, Benzin und Flugzeug-Kraftstoff. Die Verordnung wurde demnach am vergangenen Donnerstag veröffentlicht und trat einen Tag später, also am Freitag, in Kraft.

Seit Wochen fahren die Schiffe nicht mehr voll beladen auf dem Rhein, damit ist die Verbindung zwischen dem Ölzentrum Rotterdam und dem Südwesten Deutschlands beeinträchtigt (wir berichteten).

Die Erlaubnis ist der Bekanntmachung zufolge beschränkt auf Vorratslager für Diesel und Benzin in den Ländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg, im Regierungsbezirk Köln, im Regierungsbezirk Unterfranken sowie auf Treibstoff für Flugzeuge in bestimmten Vorratslagern in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Speyer in Rheinland-Pfalz.



Wegen des anhaltenden extremen Niedrigwassers im Rhein muss das Chemieunternehmen BASF die Produktion in Ludwigshafen schrittweise anpassen. „Beim aktuellen Pegelstand kann Ludwigshafen nur noch von wenigen Schiffen angefahren werden“, sagte eine Sprecherin. Auch nach einer Verlagerung etwa auf Zug oder Lastwagen werde die Versorgung mit einigen wichtigen Rohstoffen dadurch eingeschränkt.

„In Einzelfällen kann es bei Andauern der aktuellen Wetterlage zu Lieferengpässen kommen“, teilte der Chemieriese mit. Bisher konnte der Binnenschifftransport demnach durch den Einsatz einer größeren Anzahl an Schiffen aufrechterhalten werden. BASF transportiert am Standort in Ludwigshafen immerhin rund 40 Prozent der Güter auf Binnenschiffen.

In der vergangenen Woche war bei Mechtersheim im Rhein-Pfalz-Kreis ein Tanker auf Grund gelaufen – wohl wegen des niedrigen Pegelstandes des Rheins. In der Fahrrinne sei eine Untiefe entstanden, auf die das Schiff am Dienstag auflief, wie die Polizei mitteilte. Der mit 715 Tonnen Gasöl beladene Tanker war aber schnell wieder freigeschleppt worden. Verletzt wurde niemand. „Da ist ja sowieso nicht mehr viel Wasser im Rhein“, sagte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei. In der Fahrrinne sei daher eine „Fehltiefe“ entstanden, also ein Sandhaufen, der näher als erwartet an die Wasseroberfläche heranragt.

(dpa)