| 22:13 Uhr

Putin setzt auf Trumps Naivität

Wladimir Putin mag auf ein besseres Auskommen mit Donald Trump gehofft haben, darauf gesetzt hat er mit Sicherheit nicht. Zwischen der Begeisterung der russischen Staatsmedien für den Milliardär und dem nüchternen Kalkül des Kreml dürften immer Welten gelegen haben. Moskau braucht ein intaktes Feindbild USA, um nicht auseinanderzufallen. Warum aber sollte der Kreml eine Annäherung ausschlagen, wenn auch sie Dividende verspricht?

Wladimir Putin mag auf ein besseres Auskommen mit Donald Trump gehofft haben, darauf gesetzt hat er mit Sicherheit nicht. Zwischen der Begeisterung der russischen Staatsmedien für den Milliardär und dem nüchternen Kalkül des Kreml dürften immer Welten gelegen haben. Moskau braucht ein intaktes Feindbild USA, um nicht auseinanderzufallen. Warum aber sollte der Kreml eine Annäherung ausschlagen, wenn auch sie Dividende verspricht?

Putin erkennt die politische Naivität des US-Präsidenten. Er baute auf ihn, weil er dessen unausweichliche Fehler für Russland versilbern möchte. Am besten im Tandem als gleichberechtigter Partner. Aber auch Konfrontation erfüllt den Zweck. Beides sichert Putin den Machterhalt. Noch hängt vieles in der Luft, dennoch sieht es so aus, als würden sich in Washington alte Gewissheiten durchsetzen. So seltsam es klingt, dies wäre für die westliche Welt von Vorteil. Denn auch Moskau versteht nur die alte Sprache.