| 23:40 Uhr

Stichwahl um CDU-Vorsitz
Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Angela Merkel gratulierte Annegret Kramp-Karrenbauer (links) auf dem CDU-Bundesparteitag zur Wahl als neue Parteivorsitzende.
Angela Merkel gratulierte Annegret Kramp-Karrenbauer (links) auf dem CDU-Bundesparteitag zur Wahl als neue Parteivorsitzende. FOTO: dpa / Christian Charisius
Berlin. Die CDU-Delegierten haben Angela Merkel nach 18 Jahren an der Spitze der Partei nicht nur bejubelt. Sie erfüllen ihr in Hamburg mit ihrer Nachfolgerin wohl auch einen Herzenswunsch.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist die neue Bundesvorsitzende der CDU. Die Delegierten des Parteitages in Hamburg nominierten die bisherige CDU-Generalsekretärin am Freitag in Hamburg in einer Stichwahl mit knapp 52 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Angela Merkel. Für den früheren Unionsfraktionsvorsitzenden Friedrich Merz entschieden sich gut 48 Prozent der Delegierten. Kramp-Karrenbauer reagierte gerührt auf das Vertrauen, dass ihr die Delegierten aussprachen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn war im ersten Wahlgang ausgeschieden. Er erhielt 157 Stimmen und damit deutlich weniger als Kramp-Karrenbauer (450 Stimmen) und Merz (392 Stimmen).

Kramp-Karrenbauer hatte in ihrer Bewerbungsrede erklärt, die CDU müsse eine Partei sein, die Mut hat – anstatt „ängstlich nach rechts und nach links zu schauen“. Die CDU müsse sich mutig gegen Populisten, Egoisten und Autokraten stellen. Merz forderte, vom Parteitag müsse „ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung“ ausgehen: „Ohne klare Positionen bekommen wir keine besseren Wahlergebnisse.“ Spahn sagte, Deutschland sollte „Digitalweltmeister“ werden und wieder in der Lage sein, Brücken rechtzeitig zu sanieren und funktionstüchtige Flughäfen zu bauen.



Kramp-Karrenbauer will noch auf dem zweitägigen Parteitag verkündete, mit wem sie als Generalsekretär zusammenarbeiten will.

Merkel rief ihre Parteifreunde in ihrer letzten Rede als CDU-Vorsitzende zur Geschlossenheit auf. Sie sagte in Hamburg, die CDU könne auch in Zeiten von Polarisierung und AfD durchaus gute Ergebnisse erringen, „wenn wir geschlossen und entschlossen kämpfen“. Merkel, die nach mehr als 18 Jahren an der CDU-Spitze nicht mehr für den Vorsitz antreten wollte, wurde von den 1001 Delegierten mit zehn Minuten Applaus verabschiedet.

Merkel hatte Ende Oktober ihren Rückzug von der CDU-Spitze erklärt. Den Parteitag nutzte sie für einen Blick zurück. Sie sagte, die CDU habe nach der Parteispendenaffäre unter Kanzler Helmut Kohl nicht klein beigegeben, sondern „wir haben es allen gezeigt“. Sie betonte, die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 sei richtig gewesen, und verteidigte ihre Entscheidung von 2015, Flüchtlinge von der Balkanroute in Deutschland aufzunehmen. Kramp-Karrenbauer galt als Wunschkandidatin Merkels für die Nachfolge als CDU-Chefin.

(dpa)