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Oppermann will Rot-Rot-Grün im Bund ausloten

Hamburg. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann will die Chancen einer rot-rot-grünen Koalition nach der Bundestagswahl 2017 ausloten. Als möglicher Kanzlerkandidat wurde indes EU-Parlamentspräsident Martin Schulz von mehreren Parteigenossen ins Gespräch gebracht. afp/dpa

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat sich dafür ausgesprochen, die Chancen für eine rot-rot-grüne Koalition nach der Bundestagswahl 2017 auszuloten. "Es ist an der Zeit, darüber zu diskutieren, ob und unter welchen Voraussetzungen Rot-Rot-Grün auch für eine Regierung im Bund denkbar wäre", sagte Oppermann dem Magazin "Spiegel". Allerdings müsse die Linkspartei zuvor einige Fragen klären, etwa ihr Verhältnis zu EU und Nato . Mit Blick auf die große Koalition sagte Oppermann, dass es im Bundestag keine kraftvolle Opposition mehr gebe, habe "die politischen Ränder gestärkt und der AfD genützt". Schon deshalb sei es "sinnvoll, über Alternativen zur großen Koalition nachzudenken". Für Rot-Rot-Grün warb erneut auch die Juso-Vorsitzende Johanna Uekermann. Sie glaube, dass man "mit Rot-Rot-Grün eine progressivere, eine sozial-gerechtere Politik machen könnte", sagte sie am Freitag dem Sender SWR2. Neue Spekulationen gab es unterdessen über die SPD-Kanzlerkandidatur. Der "Spiegel" berichtete unter Berufung auf nicht namentlich genannte SPD-Politiker, dass statt Parteichef Sigmar Gabriel EU-Parlamentspräsident Martin Schulz Favorit für die Kandidatenkür sei. Dem widersprach Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig . "Es gibt einen geborenen Spitzenkandidaten für die SPD im nächsten Bundestagswahlkampf und das ist der Parteivorsitzende", sagte Albig. Auch die rheinland-pfälzische SPD-Regierungschefin Malu Dreyer hält an Gabriel fest. "Es gibt keinen Grund für eine Debatte um die Kanzlerkandidatur. Es gibt einen klaren Fahrplan zu dieser Frage", teilte Dreyer mit. Als Vizekanzler und (Wirtschafts-) Minister verfügt Sigmar Gabriel über die erforderliche Kompetenz und Erfahrung für das Amt des Bundeskanzlers. Als Parteichef hat er das erste Zugriffsrecht." > Seite 5: Bericht