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Nürburgring-Pleite: Beck droht Misstrauensvotum

Mainz. Wie geht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) mit dem Nürburgring-Debakel um? Das war die große Frage in der Sondersitzung des Landtags zur Insolvenz der Rennstrecke gestern in Mainz. Die oppositionelle CDU legte Beck erneut den Rücktritt nahe. Der Regierungschef gab zwar Fehler zu, betonte aber, er sehe für einen Rücktritt keinen Anlass

Mainz. Wie geht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) mit dem Nürburgring-Debakel um? Das war die große Frage in der Sondersitzung des Landtags zur Insolvenz der Rennstrecke gestern in Mainz. Die oppositionelle CDU legte Beck erneut den Rücktritt nahe. Der Regierungschef gab zwar Fehler zu, betonte aber, er sehe für einen Rücktritt keinen Anlass. Deshalb drohte CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner ihm mit einem Misstrauensvotum. Klar ist unterdessen eins: Das Musikfestival "Rock am Ring" bleibt für weitere zwei Jahre in der Eifel.Beck sagte über den millionenschweren Ausbau des Rings mit Landesmitteln: "Es sind in diesem Zusammenhang Fehler gemacht worden." Er wolle aus den Fehlern am Nürburgring wieder eine Zukunftsperspektive entstehen lassen, erklärte er. Der Ministerpräsident bat Bürger und Ring-Mitarbeiter um Entschuldigung. CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner drohte Beck mit einem Antrag auf Vertrauensentzug in der nächsten Landtagssitzung. Beck habe seine Pflichten verletzt und sei nicht verantwortungsvoll mit Landesgeld umgegangen, kritisierte Klöckner. Nach der Nürburgring-Pleite muss Rheinland-Pfalz den Landeshaushalt in Millionenhöhe anzapfen. Im Haushaltsausschuss stimmte Rot-Grün geschlossen dafür, dass eine Rücklage von 254 Millionen Euro fließen kann - und damit Steuergeld. > Seite 3: Berichte; Seite 4: Meinung dpaFoto: von erichsen/dpa

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