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Nordrhein-Westfalen errichtet nach Unfällen Sichtblenden gegen Gaffer

Düsseldorf/Kiel. "Stau durch Gaffer", "Schaulustige behindern Rettungskräfte", "Beamte schreiben Dutzende Anzeigen gegen Gaffer" - das sind Polizeimeldungen der vergangenen Wochen. Erst am Freitag behinderten in Kiel nicht weniger als 150 Schaulustige Polizei und Rettungskräfte bei einem Unfall mit drei Verletzten, darunter ein schwer verletzter 17-Jähriger.Das Verhalten sei ein "Problem, das erschreckende Ausmaße angenommen hat", sagte der Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen (NRW), Michael Groschek (SPD ). Die Gafferei sei "geschmacklos" und "beschränkt". Agentur

Als erstes Bundesland setzt NRW nun nach Unfällen auf Autobahnen mobile Sichtschutzwände gegen Schaulustige ein.

"Es gibt eine epidemiehafte Foto- und Selfie-Manie auf unseren Straßen", sagte Groschek. Rettungskräfte berichten: Die meist männlichen Gaffer filmen Verletzte und sogar Sterbende, stellen die Aufnahmen ins Internet.

Die Idee mit den Sichtblenden kommt übrigens aus den Niederlanden, wo solche Wände seit vielen Jahren im Einsatz sind.