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Nach Warenhaus-Fusion
Standorte von Kaufhof und Karstadt in Gefahr?

Mainz. Der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson‘s Bay Company haben gestern offiziell mitgeteilt, dass beide Warenhauskonzerne fusionieren.

Nach der Fusion von Kaufhof und Karstadt pocht die Gewerkschaft Verdi in Rheinland-Pfalz und im Saarland auf einen Erhalt der Kaufhäuser beider Ketten. „Ein Konzept zur Standortsicherung sollte nun im Zentrum stehen“, sagte Verdi-Sprecher Dennis Dacke der Deutschen Presse-Agentur. Seiner Einschätzung vom gestrigen Dienstag zufolge stehen beide Unternehmen nicht schlecht da. Das gelte auch für die Standorte Mainz, Trier und Saarbrücken, an denen derzeit sowohl Kaufhäuser von Karstadt als auch von Kaufhof angesiedelt sind.

Die Filialen in den Städten beider Bundesländer seien in der Regel gut frequentiert. „Wir fordern daher, dass eine neue Strategie keine Nachteile für Mitarbeiter mit sich bringt. Auch für Kommunen wäre es problematisch, wenn hier mit den Kaufhäusern große Immobilien in den Innenstädten geschlossen werden würden“, sagte Dacke.

Der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson‘s Bay Company (HBC) hatten gestern offiziell mitgeteilt, dass beiden Warenhauskonzerne fusionieren. Sie sollen europaweit 243 Standorte haben und rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigen. Was sich für Mitarbeiter und Verbraucher durch die Fusion konkret ändern wird, blieb zunächst unklar. Die Firmen ließen etwa offen, ob im Zuge des Zusammengehens Filialschließungen geplant sind. Auch müssen die zuständigen Kartellämter der Fusion von Kaufhof und Karstadt noch zustimmen.



„Wir fordern, dass nach der Fusion der Flächenvertrag der jeweiligen Bundesländer gilt“, sagte der Verdi-Sprecher. Bei Karstadt sind in Rheinland-Pfalz nach Gewerkschaftsangaben 181 Mitarbeiter an den Standorten Mainz und Trier beschäftigt. Im Saarland arbeiten demnach 164 Mitarbeiter bei Karstadt in Saarbrücken. Kaufhof beschäftigt in Rheinland-Pfalz laut Verdi 752 Menschen an den Standorten Landau, Speyer, Worms, Mainz, Bad Kreuznach, Trier und Koblenz. Im Saarland sind den Angaben zufolge an den Standorten Saarbrücken und Neunkirchen 214 Mitarbeiter bei Kaufhof beschäftigt.

Der Deutsche Städtetag sieht die Fusion nach den Worten seines Hauptgeschäftsführers Helmut Dedy „nicht ohne Sorge“. Die Warenhäuser seien wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort, sie unterstützten durch ihre Anziehungskraft auch den Einzelhandel in ihrem Umfeld. „Deshalb wünschen wir uns, dass nach der Fusion möglichst alle Kaufhaus-Standorte bestehen bleiben“, sagte Dedy.

(dpa)