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Moskau und Kiew fordern Waffenstillstand

Bénouville. Prorussische Separatisten und die ukrainische Armee liefern sich seit Wochen blutige Gefechte in der Südost-Ukraine. Dem wollen der russische Präsident Wladimir Putin und der neugewählte Staats-Chef der Ukraine, Petro Poroschenko, nun schnell ein Ende setzen. afp

Am Rande der Gedenkfeiern zur Alliierten-Landung in der Normandie vor 70 Jahren haben die Staatschefs der Ukraine und Russlands zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Petro Poroschenko und Wladimir Putin forderten bei ihrem ersten Treffen am Freitag ein "schnellstmögliches Ende des Blutvergießens im Südosten der Ukraine", wie der Kreml mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an Putin, sich für eine "Stabilisierung der Lage" einzusetzen. Am Ende des rund 15-minütigen Austauschs zwischen Putin und Poroschenko im Schloss von Bénouville - an dem auch Frankreichs Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnahmen - stand der gemeinsame Appell: Jegliche militärischen Aktivitäten seitens "der bewaffneten ukrainischen Kräfte und Anhänger einer Föderalisierung der Ukraine" seien einzustellen, da es "keine Alternative" zur politischen Befriedung des Konflikts gebe, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Nachrichtenagenturen. Prorussische Separatisten und die ukrainische Armee liefern sich seit Wochen blutige Gefechte.

Vor dem Mittagessen mit rund 20 Staats- und Regierungschefs hatten auch Merkel und Putin in Deauville ihre erste direkte Begegnung seit neun Monaten. Die Kanzlerin habe dem Kreml-Chef gesagt, dass nach Poroschenkos Wahlsieg jetzt auch die Lage insbesondere in der Ostukraine stabilisiert werden müsse, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Russland müsse "seiner großen Verantwortung dabei gerecht werden". Bei dem Treffen zwischen Putin und Poroschenko wurde laut dem französischen Außenminister Laurent Fabius auch der Konflikt um russische Gaslieferungen an die Ukraine "sehr offen" angesprochen. Putin habe eingeräumt, dass er möglicherweise einen "gewissen Einfluss" auf die prorussischen Separatisten habe. Poroschenko wird an diesem Samstag in Kiew vereidigt. > Seite 4: Bericht