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Mond-Astronaut Charlie Duke hat überraschendes herausgefunden
So oder auch so riecht Mondgestein

 Der Saarbrücker Manfred Voltmer 2011 auf Teneriffa mit Charlie Duke (rechts). Duke war 1972 als zehnter Mensch auf dem Mond.
Der Saarbrücker Manfred Voltmer 2011 auf Teneriffa mit Charlie Duke (rechts). Duke war 1972 als zehnter Mensch auf dem Mond. FOTO: Team Voltmer
Santa Cruz de Tenerife. Charlie Duke übermittelte 1969 die Befehle der Bodenstation auf den Mond. 1972 war er selbst dort und machte überraschende Entdeckungen. Von Sebastian Voltmer

Nicht zuletzt wegen seiner hervorragenden Koordinierungs-Fähigkeiten als Boden-Kommandant, als Geologie-Spezialist sowie als durchtrainierter und erfahrener Astronaut berief die Nasa Charlie Duke – zwei Jahre nach der ersten Mondlandung – zum Kommandanten der Apollo-16-Mission. Im April 1972 war der heute 83-Jährige bei drei Exkursionen insgesamt rund 20 Stunden auf der Mondoberfläche. Anders als seine Freunde Neil Armstrong und Buzz Aldrin konnte Duke größere Erkundungs-Strecken sogar mit einem Mond-Fahrzeug zurücklegen und Steine einsammeln – exakt 98 Kilogramm.

Doch welche Farben hat Mondgestein, und wie riecht es auf dem Erdtrabanten? Zunächst einmal: Ein Brocken vom Mond riecht im Weltall anders als auf der Erde, berichtete Duke auf dem Starmus-Festival auf Teneriffa im Jahr 2011, bei dem sich, erstmals nach dem Kalten Krieg, mehrere amerikanische Astronauten- und sowjetische Kosmonauten-Legenden trafen, um ihre Weltraum-Erfahrungen auszutauschen. Zwar habe er wegen Raumanzug und Atemschutzmaske nicht direkt auf dem Mond eine Geruchsprobe nehmen können, erzählte Duke damals, aber kurze Zeit später in der Raumkapsel. Und dann kam die erste Überraschung: Es roch nach Schießpulver. Dieser seltsame, starke Geruch ist nach Überzeugung Dukes durch die vielen Meteoriten-Einschläge auf dem Erdtrabanten alleine nicht erklärbar. Doch die zweite Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Auf der Erde hatten die mitgebrachten Gesteinsproben ihren Schießpulvergeruch plötzlich verloren. Sie rochen irgendwie neutral und kaum anders als irdisches Basaltgestein. Der Mondfahrer konnte sich das nicht erklären. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kann dies aber an der auf der Erde nahezu fehlenden kosmischen Strahlung liegen, der der Mond permanent ausgesetzt ist.

Auch geologisch gesehen ähnele das Gestein den Basalt-Vorkommen auf der Erde, sagte Duke, die ebenfalls vulkanischen Ursprungs sind. Allerdings sei der Basalt auf dem Mond mineralienreicher. Fast das gesamte Gestein dort oben sei dunkelgrau bis schwarz, erklärte der Apollo-16-Austronaut, der der zehnte Mensch auf dem Mond war.



Aber auch bei der Apollo-11-Mission, bei der Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat, hatte Duke eine Schlüsselposition. Er war der „Capsule Communicator“, kurz Capcom genannt – der Verbindungssprecher zwischen den Astronauten im All und der Bodenstation in Houston im US-Bundesstaat Texas, der unter anderem alle Anweisungen der Bodenkontrolle an die Astronauten übermittelte.

Bei der ersten bemannten Mondlandung habe es zwei kritische Situationen gegeben, die in Abstimmung mit ihm im Boden-Kontrollzentrum aber gut gemeistert werden konnten, erinnert sich Duke: Zum einen die kurzfristige, manuell durchgeführte Kurs-Korrektur in 140 Metern Höhe über dem vorgesehenen Landeplatz, was um ein Haar Treibstoff-Probleme ausgelöst hätte. Aber die Landung und die anschließende Monderkundung seien optimal verlaufen.

Ein kritischer Moment dann noch kurz vor dem Abheben der Mondlandefähre „Eagle“ zum Andocken an die Raumfähre „Columbia“ in der Mond-Umlaufbahn: Buzz Aldrin habe versehentlich den Hauptschalter zum Starten abgebrochen. Er war nicht mehr aufzufinden. Aber mit einem simplen Filzstift aus der Raumkapsel hätten Armstrong und Aldrin eine notdürftige Reparatur vornehmen können.

Er selbst, so erzählte Duke, habe von seiner Mond-Mission im April 1972 außer Forschungsmaterial noch etwas anderes entscheidendes mitgebracht, eine Erfahrung, ein Gefühl, das sein Leben veränderte. In den Weiten des Weltalls habe er die Allmacht und die Größe Gottes verspürt.