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In beiden Konfessionen setzt sich der Rückgang fort
Mitgliederschwund der großen Kirchen hält an

Mainz. Viele Austritte und der demografische Wandel sorgen dafür, dass den Kirchen beider Konfessionen die Mitglieder schwinden.

Die beiden großen christlichen Kirchen in Rheinland-Pfalz verlieren weiter Mitglieder. 2017 gehörten rund 1,7 Millionen Menschen der katholischen Kirche an, wie die Deutsche Bischofskonferenz am Freitag in Bonn mitteilte. Das waren rund 24 600 weniger als 2016. Auch bei der evangelischen Kirche tragen Austritte und Sterbefälle ihren Teil zum Mitgliederschwund bei. So zählten rund 1,55 Millionen Menschen zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), deren Kirchengebiet zum Teil in Rheinland-Pfalz liegt, 1,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 515 627 gehörten zur Evangelischen Kirche der Pfalz, hier sank die Zahl der Mitglieder um 1,98 Prozent. Die Evangelische Kirche im Rheinland hatte rund 2,54 Millionen Mitglieder – nach 2,58 Millionen im Vorjahr.

Der EKHN kehrten 15 595 Menschen den Rücken. Als Hauptgrund sehen die Statistikexperten das im vergangenen Jahr in Hessen eingeführte vereinfachte Verwaltungsverfahren, das den Kirchenaustritt in Bürgerämtern möglich und damit leichter macht. Auch die demografische Entwicklung hinterließ mit 21 187 Bestattungen ihre Spuren.

Die Evangelische Kirche der Pfalz zählte 4441 Austritte, 5,79 Prozent (243 Personen) mehr als im Jahre zuvor. Zwar gab es landeskirchenweit 4825 evangelische Taufen und Eintritte, gleichzeitig wurden 7490 Menschen aus dem Bereich der Landeskirche kirchlich bestattet. Rund 4000 Mitglieder haben durch Wegzug aus dem Kirchengebiet die Pfälzische Landeskirche verlassen.



Ähnlich verlief die Entwicklung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland, wo im vergangenen Jahr 20 130 Austritte verzeichnet wurden. 2016 waren es noch 19 079. Dazu kamen 38 819 Verstorbene und 22 620 Aufnahmen.

Im Bistum Trier blieb die Zahl der kirchlichen Bestattungen mit 17 344 etwa auf dem Vorjahresniveau. Dass 92 Eintritte und 336 Wiederaufnahmen die 8027 Austritte im Jahr 2017 nicht „aufwiegen“ könnten, will Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg so nicht sehen: „Wir freuen uns über jede und jeden, der zu uns kommt. Und bei denen, die gehen, wollen wir ernsthaft fragen, woran es liegt.“

Das Bistum Mainz verzeichnet einen Rückgang von fast 11 000 Mitgliedern. Über 6000 Menschen sind aus der katholischen Kirche ausgetreten. Dies sei sicherlich der letzte Schritt, dem eine längere Zeit der Entfremdung vom Leben und vom Glauben der Kirche vorausgehe, erklärte Bischof Peter Kohlgraf.

Das Bistum Speyer zählte Ende 2017 insgesamt 527 950 Katholiken. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von rund 9500 Gläubigen. Demgegenüber hat sich die Zahl der Kircheneintritte mit 223 leicht nach oben bewegt, was vor allem auf mehr Wiederaufnahmen (161) zurückzuführen ist.

Rückläufige Zahlen auch im Bistum Limburg, wo 6343 Personen der Kirche den Rücken kehrten.

(dpa)