| 00:00 Uhr

Merkel: Deutschland kann Zuwanderung bewältigen

Berlin. Zugewandert, aber wirklich angekommen? Mit der Frage der Integration hat sich gestern die CDU beschäftigt. Kanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Thomas de Maizière bekannten sich zu Vielfalt. Deutschland könne ein „tolles Integrationsland“ sein. epd/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU ) hat Parallelen zwischen der Wiederherstellung der deutschen Einheit und der Integrationspolitik gezogen. Deutschland werde weltweit für die Bewältigung der Wiedervereinigung nach vielen Jahren der Teilung bewundert, sagte die CDU-Parteichefin gestern bei einer Veranstaltung zum Thema Zuwanderung in Berlin . "Deshalb glaube ich, dass wir genauso das Potenzial und die Möglichkeiten haben, ein tolles Integrationsland zu sein", sagte sie.

Merkel verwies dabei auf ihren eigenen Lebenslauf. Nach dem Fall der Mauer habe sie sich als Ostdeutsche auf Neues eingelassen und für eine politische Laufbahn entschieden, sagte sie. An Zuwanderer gerichtet sagte Merkel, sie dürften sich auch von "kleinen Widrigkeiten" nicht davon abhalten lassen, ihre Ziele zu verfolgen. Sie sei damals als "Zonenwachtel" beschimpft worden. Darüber sei sie nicht glücklich gewesen.

Die Kanzlerin betonte erneut, dass der Islam zu Deutschland gehöre, "so wie der Bundespräsident Wulff es gesagt hat". Sie bezeichnete den Aufruf der muslimischen Verbände gegen Hass und Gewalt vor dem Hintergrund islamistischen Terrors als "wichtiges Signal". Die CDU sei trotz des "C" für christlich offen für Menschen aller Religionen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU ) wünscht sich mehr Offenheit für unbequeme Wahrheiten in der Debatte über Zuwanderung: "Integration ist anstrengend. Integration ist mühsam. Integration ist aufreibend." Es sei alle Mühen wert, diese Anstrengungen auf sich zu nehmen. Es sei aber auch wichtig, unbequeme Wahrheiten offen anzusprechen und Probleme beim Namen zu nennen. In bestimmten Gegenden gebe es nun mal größere Schwierigkeiten bei der Integration als anderswo - darüber zu schweigen, sei nicht sinnvoll. Er unterstrich, für politische Verfolgte gebe es in Deutschland keine Obergrenze.

Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Flüchtlingen in Deutschland forderte Kanzlerin Merkel zudem, Flüchtlinge müssten so behandelt werden, wie es dem Grundgesetz entspreche. Die Unterbringung von Flüchtlingen müsse menschlich sein. Merkel: "Das ist im Moment eine sehr große Herausforderung."