| 23:10 Uhr

Unterschiedliche Ziele
Welche Gruppen an den Krawallen beteiligt waren

Paris. An den Ausschreitungen vom Wochenende in Paris waren viele Gruppen mit ganz unterschiedlichen Zielen beteiligt: afp

„Gelbwesten“: Nach Angaben des Pariser Polizeipräfekten Michel Delpuech waren unter den Randalierern „sehr viele Demonstranten mit gelben Westen“. Von den 378 Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, seien viele aus der Provinz nach Paris gekommen, „um sich mit den Sicherheitskräften zu prügeln“, sagte Staatsanwalt Rémy Heitz. Am Rande der Demonstrationen bezeichneten viele „Gelbwesten“ die Gewalt aber auch als schädlich für ihr Anliegen, die Regierung zu einer Umkehr etwa in der Steuerpolitik zu bewegen. Einzelne Demonstranten nannten die Ausschreitungen hingegen „legitim“.

Ultralinke und ultrarechte Gruppen: Innenminister Christophe Castaner macht „professionelle Randalierer“ für die Gewalt verantwortlich. Radikale vom rechten wie linken Spektrum mischten sich unter die Demonstranten: Bei den Kundgebungen wurden viele antikapitalistische Slogans skandiert. Auch die ultrarechten Splittergruppen Action française und Bastion social erklärten, sie hätten sich an den Demonstrationen beteiligt.

Kleinkriminelle Trittbrettfahrer: Gegen Ende der Proteste am Samstagabend mischten sich dann auch Kleinkriminelle unter die Gewalttäter: Reporter beobachteten, wie Gruppen einen Supermarkt plünderten und einen Motorroller anzündeten. Nach Angaben Heitz’ seien jüngere Menschen aus dem Pariser Großraum nach Paris gekommen, um „die Gelegenheit zu Plünderungen zu nutzen“.