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Nachhaltiger Lebensstil
Bio-Kost bis SUV: Wo im Alltag mehr Klimaschutz geht

Dessau-Roßlau. Gibt es einen klimaneutralen Lebensstil? Theoretisch ja – aber nicht bei uns. Der Durchschnittsdeutsche verbraucht 11,5 Tonnen CO2 im Jahr. Das sind fast zehn Tonnen zu viel, das Klimaziel liegt bei zwei Tonnen pro Kopf. dpa

Was kann man tun, um den Alltag umweltfreundlicher zu gestalten – abgesehen von der Ernährung, wie es der Weltklimarat vorschlägt? Wie viel CO2 die eigene Lebensweise verbraucht, zeigen CO2-Onlinerechner, etwa beim Umweltbundesamt. In der Wohnung geht es um Strom und Heizung. „Jeder kann leicht zu einem Ökostromanbieter wechseln“, sagt Seraja Bock vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. „Gleichzeitig sollte man mit Ökostrom das Licht und die Geräte ausschalten, wenn sie nicht benutzt werden“. Auch bei der Heizung gilt: „Nur die Räume heizen, die man benutzt, und nur so viel, wie man braucht.“ Natürlich tragen auch der Energieträger und der Dämmstandard eines Hauses dazu bei, wie umweltfreundlich eine Heizung ist.

Zu den größten Stromfressern im Haushalt gehören Elektrogeräte. „Beim Kühlschrank werden häufig sehr große Geräte gekauft, die für die Anzahl der Personen im Haushalt überdimensioniert sind“, erklärt Jens Gröger vom Öko-Institut. Und: „Wer über einen Streamingdienst fern sieht, verursacht allein im Netzwerk 100 Kilogramm CO2 pro Jahr.“ Effizienter sei ein Empfang über Antenne oder Satellit. Energieeffiziente Lampen haben sich zwar mittlerweile durchgesetzt. Räume werden aber mit vielen Lichtquellen versehen, die seltener ausgeschaltet werden. Auch hier lässt sich sparen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Lebensstil ist die Mobilität: „Wir beobachten, dass der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen im Verkehr ständig wachsen“, berichtet Gröger. Die Ursachen seien steigende Mobilitätsansprüche und größere Fahrzeuge wie SUVs und Familien-Vans, die viel Sprit verbrauchen. „Wenn man statt dem Auto den öffentlichen Nahverkehr nutzt oder aufs Fahrrad umsteigt, bewegt man sich mehr – und auch das ist gesünder“, nennt Bock einen positiven Nebeneffekt.



Große Einsparungen bringt der zurzeit heiß diskutierte Verzicht aufs Fliegen. „Ein europäischer Flug verursacht direkt ein bis zwei Tonnen CO2, Interkontinentalflüge drei bis fünf Tonnen“, sagt Michael Bilharz vom Umweltbundesamt. Und die Ernährung? Zwei Hauptsachen nennen Experten da: Weniger Fleisch, mehr regionale Bio-Produkte.