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Maschinenbauer Pallmann stellt Insolvenz-Antrag

Zweibrücken. Gekämpft hat Pallmann bis zuletzt. Doch der Zweibrücker Maschinenbauer hat diesen Kampf verloren. Am Freitagmittag, kurz nach zwölf Uhr, reichte Hartmut Pallmann am Amtsgericht Zweibrücken den Insolvenz-Antrag für sein Unternehmen ein. Klaus Biehl, Direktor am Amtsgericht, bestätigte dem Merkur den Eingang des Antrags Von Merkur-Redakteur Mathias Schneck

Zweibrücken. Gekämpft hat Pallmann bis zuletzt. Doch der Zweibrücker Maschinenbauer hat diesen Kampf verloren. Am Freitagmittag, kurz nach zwölf Uhr, reichte Hartmut Pallmann am Amtsgericht Zweibrücken den Insolvenz-Antrag für sein Unternehmen ein. Klaus Biehl, Direktor am Amtsgericht, bestätigte dem Merkur den Eingang des Antrags. Am nächsten Montag werde das am Amtsgericht angesiedelte Insolvenz-Gericht über den Fortgang des Verfahrens, das Insolvenz-Richterin Elke Hauptmann obliege, entscheiden, sagte Biehl.Pallmann hatte dringend einen Kredit von 2,6 Millionen Euro benötigt. Seine beiden Hausfinanzierer, die Commerzbank und die Sparkasse Südwestpfalz, hatten es abgelehnt, diesen Kredit zu bewilligen (wir berichteten). Auch die Gespräche zwischen der Stadt Zweibrücken mit dem Wirtschaftsministerium in Mainz und der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB) waren ohne Erfolg geblieben.

Die IG Metall richtete am Freitag erneut schwere Vorwürfe gegen die Banken. Ralf Cavelius, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Homburg-Saarpfalz, sagte dem Merkur: "Die Commerzbank und die Sparkasse haben Pallmann bewusst in die Insolvenz getrieben." Cavelius sagte, er sei "gespannt, welcher Investor jetzt aus der Deckung kommt, weil er Pallmann übernehmen will". Es gebe für ihn sonst keinen anderen Grund, ein derart "gut aufgestelltes" Maschinenbauunternehmen, das mit seinen Zerkleinerungsmaschinen Weltmarktführer sei, in die Insolvenz gehen zu lassen, nur weil es kurzfristig einen Liquiditätsengpass habe. Cavelius sagte, die IG Metall werde einen eigenen Vorschlag machen, welcher vorläufige Insolvenzverwalter Pallmann führen soll. Die Metaller teilten am Freitag mit, dass sie am Montag ab 14.30 Uhr eine Kundgebung auf dem Schlossplatz in Zweibrücken veranstalten werden. Dort wolle man gegen die Blockadehaltung der Banken protestieren.

Zweibrückens Oberbürgermeister Helmut Reichling reagierte bestürzt auf die Entwicklung bei Pallmann. Er erklärte aber auch, dass das neue Insolvenz-Recht eine Stärkung des Unternehmens zulasten des Gläubigerschutzes vorsehe. Nun sei es das Ziel der Stadtverwaltung, zu helfen, dass Pallmann in der Substanz erhalten bleibe, um möglichst viele der 453 Arbeitsplätze zu sichern. > Seiten 17 und 18: Berichte und Meinung



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