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Wieder Tote im Mittelmeer
Mallorca hilft nach einem Rettungs-Drama

Sie wurde aus Seenot gerettet – gemeinsam mit zwei Leichen. Die NGO „Proactiva Open Arms“ bringt die Frau nun nach Mallorca.
Sie wurde aus Seenot gerettet – gemeinsam mit zwei Leichen. Die NGO „Proactiva Open Arms“ bringt die Frau nun nach Mallorca. FOTO: dpa / -
Palma. Ein Rettungsschiff mit einer Frau und zwei Leichen an Bord steuert nach einer Irrfahrt die Balearen an. dpa/red

Während Rettungsschiffe wie die „Lifeline“ tatenlos auf Malta ausharren müssen, spielt sich rund 1000 Kilometer entfernt ein weiteres Rettungsdrama im Mittelmeer ab. Das Rettungsschiff „Astral“ einer spanischen Hilfsorganisation – an Bord eine gerettete Frau aus Afrika und zwei Leichen – wird morgen auf Mallorca erwartet. Italiens rechte Regierung hatte der NGO „Proactiva Open Arms“ zwar einen Hafen zugewiesen, allerdings nur angeboten, sich um die Überlebende, nicht aber um die Toten der Flucht über das Mittelmeer zu kümmern. Daraufhin entschied „Proactiva“, Spanien anzusteuern.

Weil die Fahrt nach Mallorca viel kürzer sei als zum Festland, habe die Regierung der Balearen Unterstützung angeboten, berichtete das „Inselradio Mallorca“. Ministerpräsidentin Francina Armengol schrieb auf Twitter: „Es darf weder Gleichgültigkeit geben noch dürfen wir in die andere Richtung schauen. Lasst uns jetzt handeln!“. „Proactiva“ geht davon aus, dass die libysche Küstenwache die drei Flüchtlinge nach einer Rettung im Meer zurückgelassen hat, weil sie sich geweigert hatten, nach Libyen zurückgebracht zu werden. Die „Astral“ entdeckte die Frau und die beiden Leichen, eine Frau und ein Kind, auf offener See.