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Krefelder Investor rettet Pallmann vor Insolvenz

Zweibrücken. Maschinenbauer Pallmann hat den Insolvenzantrag vom vergangenen Freitag am Sonntag überraschend wieder zurückgezogen Von Eric Kolling und Wolfhard Petzold (Merkur)

Zweibrücken. Maschinenbauer Pallmann hat den Insolvenzantrag vom vergangenen Freitag am Sonntag überraschend wieder zurückgezogen. Übers Wochenende fand Firmenchef Hartmut Pallmann zusammen mit der IG Metall doch noch eine Lösung: Mehrere Investoren übernehmen Anteile des angeschlagenen Unternehmens - das spült die benötigten 2,6 Millionen Euro in die Firmenkasse, um Außenstände begleichen zu können.Größter Anteilseigner wird nach Merkur-Informationen mit 25,1 Prozent die Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH & Co. KG aus Krefeld. Das Unternehmen, ein Großkunde des Zerkleinerungsmaschinenbauers Pallmann, veröffentlichte gestern Mittag eine entsprechende Meldung auf seiner Internetseite. Der Vertrag zwischen Pallmann und Siempelkamp-Geschäftsführer Hans W. Fechner wurde im Beisein des künftigen Zweibrücker Oberbürgermeisters Kurt Pirmann (SPD) am Sonntagabend unterzeichnet. "Wir haben mit unserer Beteiligung einen Beitrag dazu geleistet, das Traditionsunternehmen Pallmann zu erhalten", sagte Fechner dem Merkur. Außer Siempelkamp steigen "mehrere kleinere Investoren, die nicht genannt werden wollen," bei Pallmann ein, so IG-Metall-Sekretär Rolf Cavelius. Alle Investoren zusammen sollen einen neuen kaufmännischen Geschäftsführer auswählen, schildert Cavelius. Hartmut Pallmann soll offenbar Firmenchef bleiben, in seinen Kompetenzen nicht beschnitten werden. Am Rande einer von der IG Metall veranstalteten Kundgebung mit etwa 500 Teilnehmern auf dem Zweibrücker Schlossplatz gestern wollte er sich nicht äußern. IG Metall und Pallmann-Betriebsrat forderten einmal mehr die Sparkasse Südwestpfalz um Vorstandschef Rolf E. Klein auf, dem Maschinenbauer finanziell unter die Arme zu greifen. Klein erwiderte: "Wenn das Unternehmen seine Finanzierungslücke geschlossen hat, wird die Sparkasse selbstverständlich zur Verfügung stehen." Ob trotz der nun abgewendeten Insolvenz alle 450 Pallmann-Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist noch unklar. > Seiten 15 und 17: Berichte

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