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Kommentar
Kein Aufbruch zum Abbruch

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wer glaubt, dass eine neue Partei namens „Aufbruch deutscher Patrioten“ zum Abbruch der AfD führt, der irrt. Mag sein, dass Rechtsaußen André Poggenburg den einen oder anderen Gefolgsmann auch künftig an sich binden wird. Von Hagen Strauss

Doch der Sprüche klopfende Ex-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt hat es sich mit vielen in seinen Reihen verscherzt. Und zwar durch die Art und Weise, wie er in der Vergangenheit über sie hergezogen ist. Außerdem wurde Poggenburg wegen seiner Äußerungen zunehmend zum Sicherheitsrisiko für die Partei. Die Erleichterung über seinen Schritt ist nun größer als die Sorge vor dem, was da am rechten Rand neu entsteht. Auch sind andere inzwischen viel wichtiger für das mächtige, extreme Lager in der AfD: Zuallererst Björn Höcke. Der Thüringer Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Oktober ist die Galionsfigur des nationalen Flügels. Und er schickt sich an, Ministerpräsident werden zu wollen. Genauso wie der einflussreiche Brandenburger AfD-Mann Andreas Kalbitz, dem Ambitionen auf die Nachfolge von Parteichef Alexander Gauland nachgesagt werden. Die beiden geben den Ton vor, Poggenburg hingegen schon lange nicht mehr.