| 23:38 Uhr

Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Kliniken, Nahverkehr und Kitas drohen Streiks

Michael Blug, Chef des Verdi-
Landesbezirks 
Rheinland-Pfalz-
Saarland.
Michael Blug, Chef des Verdi- Landesbezirks Rheinland-Pfalz- Saarland. FOTO: Christian Busch/Verdi / picture alliance / dpa
Ludwigshafen. Wer seine Kinder in den kommenden Tagen in Rheinland-Pfalz zur Kita bringen will oder einen Behördengang vorhat, sollte sich genau informieren. Die Gewerkschaft Verdi plant umfangreiche Arbeitsniederlegungen.

Ob in Kitas, Krankenhäusern oder im Nahverkehr: Die Rheinland-Pfälzer müssen in dieser Woche wegen der Ausweitung der Warnstreiks mit deutlichen Einschränkungen im öffentlichen Dienst rechnen. Zwischen dem morgigen Mittwoch und dem kommenden Freitag seien an verschiedenen Tagen Warnstreiks in Kitas, öffentlichen Krankenhäusern, dem öffentlichen Nahverkehr und den Verwaltungen geplant, kündigte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gestern in Mainz an. Die Einschränkungen seien teils erheblich.

Morgen ist für Rheinland-Pfalz eine zentrale Kundgebung in Ludwigshafen vorgesehen, zu der Verdi rund 2000 Teilnehmer erwartet. Auch der Gewerkschaftsvorsitzende Frank Bsirske soll nach Ludwigshafen kommen, heiß es.

Am kommenden Donnerstag sind zentrale Kundgebungen in Koblenz und Kaiserslautern geplant, am Freitag ist eine größere Veranstaltung in Ingelheim vorgesehen.



Im März hatte es bereits Aktionen in mehreren Städten gegeben. Mit den neuen Warnstreiks will Verdi Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde machen: Gewerkschaft und Arbeitgeber wollen am kommenden Sonntag und Montag in Potsdam weiter verhandeln. Die Gewerkschaft fordert im Tarifstreit für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat.

Der rheinland-pfälzische Verdi-Chef Michael Blug kritisierte, die Arbeitgeber hätten bisher kein Angebot vorgelegt. In zentralen Punkten der Tarifverhandlung lägen beide Seiten derzeit fundamental auseinander. Er hofft auf Verständnis der Bürger für die Einschränkungen im öffentlichen Dienst.

Der Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbands Rheinland-Pfalz, Niklas Benrath, sieht beide Seiten in der Hauptforderung ebenfalls fundamental auseinander, zeigt sich aber zuversichtlich: „Es ist immer noch möglich, ein Ergebnis zu finden, mit dem wir alle leben können“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Intensität der Warnstreiks sei nicht nachzuvollziehen, kritisierte Benrath.

Heute müssen sich Reisende wegen massiver Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch auf Flugausfälle und lange Wartezeiten einstellen. Die Lufthansa strich rund 800 Flüge, die Hälfte aller geplanten Verbindungen. Bestreikt werden die Flughäfen in Frankfurt/Main, München, Köln und Bremen. Die Ausstände an den Flughäfen sollen auf den heutigen Dienstag beschränkt sein. Unter anderem fallen laut Lufthansa 58 Interkontinentalflüge aus. Von den Streichungen seien rund 90 000 Passagiere betroffen. Die Kunden könnten einmalig ihren Flug kostenfrei umbuchen oder im Inland auf die Bahn ausweichen, hieß es vom Luftfahrtkonzern.

(dpa)