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Die Liste der Fehltritte
Inzest, Rezo, Fastnachtsrede: Kramp-Karrenbauers Pannen

 Auch mit ihrer Garderobe hat AKK schon für Stirnrunzeln gesorgt, etwa bei der Amtsübernahme als Verteidigungsministerin im Juli.
Auch mit ihrer Garderobe hat AKK schon für Stirnrunzeln gesorgt, etwa bei der Amtsübernahme als Verteidigungsministerin im Juli. FOTO: dpa / Michael Kappeler
Berlin. Wieder eine Äußerung der CDU-Chefin, wieder herrscht Aufregung. Mit zwei Sätzen zu einem vermeintlichen Parteiausschluss von Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen sorgt Annegret Kramp-Karrenbauer nicht zum ersten Mal für Empörung und muss eine Klarstellung nachschieben. dpa/PM

Beobachter sprechen da schon längst von einer Panne – der nächsten in einer Reihe.

Von Anfang an hängt Kramp-Karrenbauer etwa ihre umstrittene Inzest-Äußerung aus der Zeit als Saar-Ministerpräsidentin an. In der Debatte um die Öffnung der Ehe hatte AKK 2015 unserer Zeitung gesagt: „Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen“. Bundesweit hagelt es Schlagzeilen wie „AKK vergleicht Homo-Ehe mit Inzest“.

Im März dieses Jahres, kaum drei Monate CDU-Chefin, geht ein Karnevalswitz nach hinten los: „Wer war denn von Euch vor kurzem mal in Berlin?“, sagt AKK bei einer Fastnachtsrede am Bodensee. „Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen. Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.“ Nicht nur Schwule und Lesben forderten eine Entschuldigung.



Im Mai die Rezo-Panne: Nach der CDU-Schlappe bei der Europawahl kassiert AKK für ihre Reaktion auf ein CDU-kritisches Video des Youtubers heftige Kritik – auch aus der CDU. „Und die Frage stellt sich schon mit Blick auf das Thema Meinungsmache, was sind eigentlich Regeln aus dem analogen Bereich und welche Regeln gelten eigentlich für den digitalen Bereich“, sagt die Parteichefin mit Blick auf das millionenfach geklickte Rezo-Video. Vorwürfe, sie wolle Meinungsäußerungen im Internet regulieren, muss sie daraufhin zurückweisen.

Im Juli empört ihre überraschende Berufung zur Verteidigungsministerin viele. Zu oft hatte sie betont, kein Interesse zu haben. Noch im Mai in der Welt am Sonntag sagt sie: „Ich habe schon letztes Jahr im Februar gesagt, ich will mich auf die Partei konzentrieren. Ich sehe keinen Anlass, warum ich von meiner Grundsatzentscheidung abweichen sollte.“ Dann kommt es anders.