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Interview mit Maja Emanuel
„Standards sind nicht umsonst da“

Landesschülersprecherin Maja Emanuel
Landesschülersprecherin Maja Emanuel FOTO: Landesschülervertretung
Saarbrücken. Können Schüler im Saarland guten Gewissens in der Schulkantine speisen? Größtenteils sei das möglich, meint Landesschülersprecherin Maja Emanuel. Von Fatima Abbas

Frau Emanuel, Sie haben viel Kontakt zu den hiesigen Schülern. Was halten die denn von den Mahlzeiten in der Schule?

EMANUEL Ich glaube, es gibt viele gute Beispiele, in den letzten Jahren wurde viel getan. Deshalb wird das Thema nur selten an uns herangetragen.

Also alles paletti?



EMANUEL Naja, es gibt schon auch mal Beschwerden, aber dann geht es weniger um die Qualität. Einigen Eltern ist das Essen zu teuer.

Laut DGE-Studie zahlen Eltern pro Schulmahlzeit durchschnittlich 3, 50 Euro. Ist das zu viel?

EMANUEL Das ist ein Durchschnittswert. Das bedeutet, dass es an der einen Schule vielleicht 2,70 Euro kostet, aber woanders auch mal fünf Euro kosten kann. Deshalb muss man immer den Einzelfall betrachten. Eine Familie kann ja auch mehrere Kinder haben, die versorgt werden müssen. Grundsätzlich sind 3, 50 Euro für eine hochwertige Mahlzeit in Ordnung.

Im Saarland sind im Gegensatz zu den meisten anderen Bundesländern die DGE-Qualitätsstandards Pflicht. Werden die auch wirklich eingehalten?

EMANUEL Es scheint vielerorts so zu sein.

Sollten sich die anderen Bundesländer nicht endlich ein Beispiel nehmen?

EMANUEL Auf jeden Fall. Standards sind nicht umsonst da. Man unterrichtet ja auch nicht ohne Lehrpläne.

Und was halten Sie von der Forderung, ein Schulfach „Ernährung“ einzuführen?

EMANUEL Wir brauchen nicht für alles ein Schulfach. Aber gute Ernährung ist in der Tat so essenziell, dass man es den Schülern auf jeden Fall im Unterricht beibringen muss. Die Aufklärung kann man ja ganz gut auf mehrere Schulfächer verteilen.

Die Fragen stellte Fatima Abbas.