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Interview Georg Borges
„KI braucht eine rechtliche Grundlage“

Saarbrücken. Professor Georg Borges leitet das Institut für Rechtsinformatik an der Saar-Uni. Er sagt: Die Zukunft ist voller Rechtsfragen.

Herr Professor Borges, warum brauchen wir für die Künstliche Intelligenz (KI) einen Rechtsrahmen?

BORGES Wir sind heute schon täglich mit KI konfrontiert. Sie ist überall, begegnet uns in selbstständig fahrenden Autos und in Software jeglicher Art. Die Rechtsfragen, die auf uns zukommen, sind deshalb grundlegend. Zum Beispiel: Wenn Sie einen Vertrag mit einem Computer abschließen: Kann ein Computer wirksam Erklärungen abgeben? Sollte ein Roboter Rechte haben? Oder wenn Sie an Unfälle mit autonomen Autos denken: Wer ist schuld? Der Computer? Der Programmierer? Der Autobesitzer?

Es herrscht also viel Unsicherheit.



BORGES Ja. Das führt auch zu der wichtigen Frage nach der Akzeptanz. Laut einer aktuellen Umfrage stehen die Bürger dem Einsatz von KI recht skeptisch gegenüber. Viele haben Angst davor, sich in ein autonomes Auto zu setzen oder fürchten, von einem solchen überfahren zu werden. Bedenken gibt es auch dann, wenn Computer Bewerbungen auswerten oder über die Zulassung zum Studium entscheiden. Technik ist wichtig, aber für das Vertrauen in Technik ist ein klarer rechtlicher Rahmen nicht minder wichtig.

Was kann die Regierung dafür tun?

BORGES Vieles. Ein Anfang wäre es, von den 100 geplanten Professuren im Bereich Digitalisierung einige für den rechtlichen Rahmen zu reservieren.