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Die Pariser Kathedrale
Die Notre-Dame — ihre Geschichte und Kunstschätze

Paris. Das im Herzen von Paris auf der Seine-Insel Ile de la Cité gelegene Gotteshaus war in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz bedeutender Ereignisse, von der Salbung Heinrichs VI. von England zum französischen König im 100-jährigen Krieg 1431 über die Kaiserkrönung Napoléons 1804 bis zu den Staatsbegräbnissen der Präsidenten Charles de Gaulle (1970) und François Mitterrand (1996). kro/dpa

Noch heute erinnern sich viele Franzosen daran, wie nach dem Zweiten Weltkrieg die Glocken der Kathedrale läuteten, als die Stadt von den Nazi-Besatzern befreit war. Im November 2015 gedachte Frankreich dort der 130 Todesopfer der islamistischen Terroranschläge.

Die Kathedrale, deren Bau 1163 begonnen hatte und knapp 200 Jahre später endete, hütet viele Schätze: Die Dornenkrone und der Waffenrock des Heiligen Ludwig sind wohl die bedeutendsten Reliquien. Bei der Dornenkrone soll es sich um jene handeln, die römische Soldaten Jesus Christus vor seiner Kreuzigung auf sein Haupt gesetzt haben. Offenbar konnten die meisten Kunstschätze gerettet werden, darunter auch die jahrhundertealten Rosenfenster, die die Blumen des Paradieses versinnbildlichen. Sie wurden im 13. Jahrhundert erschaffen und seitdem mehrmals renoviert.

Die großen Ölgemälde in der Kathedrale haben offenbar eher einen Rauch- als einen Brandschaden erlitten, wie Frankreichs Kulturminister Franck Riester gestern mitteilte. Sie sollen ins Louvre-Museum zur Restaurierung. Zu den Skulpturen im Kirchenraum zählen allein 37 Statuen der Jungfrau Maria.



Die Kathedrale besitzt mehrere Orgeln, wobei die Hauptorgel auf der Westempore zu den größten und bekanntesten weltweit gehört. Berichten zufolge soll die Orgel zwar nicht gebrannt haben, aber nun von Schutt und Staub bedeckt sein.