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Génica Schäfgen
Die Managerin der Wald-Suchmaschine

Génica Schäfgen.
Génica Schäfgen. FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Berlin. Wer etwas für Bäume tun will, muss nicht in den Wald gehen. Er kann zum Beispiel auch googeln. Oder besser: ecosia-en. Ecosia ist eine Web-Suchmaschine wie Google. Das Unternehmen unterstützt mit seinen Gewinnen Baumpflanzprojekte. dpa

Auf der Homepage läuft ein Zähler, alle 1,5 Sekunden wird ein neuer Baum gesetzt. Das sei natürlich ein Durchschnittswert, sagt Génica Schäfgen. Die 25-Jährige ist so etwas wie die Managerin von Ecosia in Deutschland.

Schäfgen: „Ich war davor im Marketing, da ging es darum, Konsum anzutreiben. Und ich habe mich damit immer unwohler gefühlt“, erzählt sie. „Ich wollte in einer Firma arbeiten, an die ich glaube.“ Das Geschäft funktioniert so: Ecosia sucht nicht selbst, sondern zeigt Ergebnisse der Suchmaschine Bing. Darüber kommen auch die Werbeanzeigen. Für Klicks auf eine Anzeige bekommt Ecosia Geld. Es deckt laufende Kosten, davon werden Rück­lagen gebildet und Baumprojekte unterstützt. Auch ohne Klicks auf Anzeigen helfen Suchanfragen Ecosia weiter, der Marktanteil wächst.

Die Pflanzungen liegen vor allem in Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie Indonesien. Ecosia fördert etwa die Aufforstung der Sahel-Zone. Für fast 6,7 Millionen Euro seien mehr als 43 Millionen Bäume gepflanzt worden, heißt es auf der Website. „Im Schnitt musst du etwa 45 Mal mit Ecosia suchen, um einen Baum zu pflanzen.“