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Versorger verweisen auf höhere Kosten
Vielerorts steigen in Deutschland die Strompreise

Essen/Zweibrücken. Zum Jahreswechsel haben viele Energieversorger Erhöhungen angekündigt — auch in Zweibrücken.

Für viele Haushalte in Deutschland wird der Strom im neuen Jahr deutlich teurer. Um durchschnittlich vier bis fünf Prozent steigen die Preise zahlreicher Anbieter in der Grundversorgung. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt dann nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox rund 55 Euro mehr im Jahr. Die Versorger begründen die Preiserhöhungen mit ihren gestiegenen Einkaufspreisen für den Strom.

Auch die Stadtwerke Zweibrücken hatten in der vergangenen Woche angekündigt, die Strom- und Gaspreise Anfang 2019 zu erhöhen (wir berichteten). Ihr Geschäftsführer Werner Brennemann versicherte, man hätte lediglich die Steigerungen auf dem Energiemarkt an die Kunden weitergegeben. Demnach zahlt ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 3600 Kilowattstunden Strom und 21 000 Kilowattstunden Gas nach einer Modellrechnung im nächsten Jahr 150 Euro mehr als 2018. Konkret steigt der Preis bei dem von 90 Prozent der Stadtwerke-Kunden genutzten Stromtarif SWZ privat plus von 22 Cent auf 23,17 Cent pro Kilowattstunde, was in der Modellrechnung 50 Euro pro Jahr mehr bedeutet.

Kurz vor Ende der Ankündigungsfrist für mögliche Preiserhöhungen an diesem Dienstag – sechs Wochen vor dem Jahreswechsel – verzeichnete Verivox 218 Versorger mit Preiserhöhungen im Dezember und zum 1. Januar. Ähnlich sieht das Portal Check24 die Situation: 160 regionale Stromversorger hätten ihre Preise bereits erhöht oder Erhöhungen angekündigt. „Erfahrungsgemäß kommen in den nächsten Wochen noch weitere Versorger dazu“, sagte der für Energie zuständige Check24-Geschäftsführer Oliver Bohr. Besonders viele Preiserhöhungen sind laut Verivox bisher in Baden-Württemberg und Hessen angekündigt worden.



Bei den beiden größten deutschen Stromversorgern Eon und der RWE-Tochter Innogy bleibt der Strompreis zum Jahreswechsel stabil, wie Sprecher beider Unternehmen sagten. Wie lange dies gilt, ist noch nicht entschieden. „Wir beobachten die Entwicklung“, sagte ein Sprecher von Eon. Zusammen haben die Essener Konzerne rund zehn Millionen Strom- und Gaskunden in Deutschland.

Die Versorger rechtfertigten die Preissteigerungen. Die Beschaffungskosten seien in den vergangenen zwei Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen, teilte der Branchenverband BdEW mit.

Einen Vertrag in der klassischen Grundversorgung mit vergleichsweise hohen Preisen haben nach neuen Zahlen der Bundesnetzagentur noch knapp 28 Prozent der Haushalte. Eine Umstellung des Vertrages lohne sich für viele, betonen die Wettbewerbshüter. Ein durchschnittlicher Haushaltskunde habe zuletzt durch einen Anbieterwechsel 68 Euro im Jahr sparen können.

(dpa)