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Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken vor dem Aus?

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SymbolbildLocation:Frankfurt:Oder FOTO: Patrick Pleul/dpa
Zweibrücken. Vielen Beschäftigten am Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken droht offensichtlich die Arbeitslosigkeit: Das Nardini-Klinikum will eine Zusammenarbeit auf die Innere Medizin beschränken, die Diakonissen Speyer-Mannheim haben an dem Krankenhaus gar kein Interesse. Der Klinik-Träger will aber „alternative Fortführungsoptionen sondieren“. Eric Kolling

Dem Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken droht die Schließung. Der Landesverein für Innere Mission (LVIM) als Träger der Einrichtung ließ gestern um 21.37 Uhr in einer Pressemitteilung durchblicken, dass beide bisherigen Verhandlungspartner, Diakonissen Speyer-Mannheim und Nardini-Klinikum Zweibrücken , kein Interesse an einer Übernahme des in Schieflage geratenen und vor großem Modernisierungsstau stehenden Hauses haben. Die Diakonissen wollen einen Verbund mit dem LVIM nur ohne das Zweibrücker Krankenhaus. Und das benachbarte Nardini-Klinikum wird lediglich im Bereich Innere Medizin Kooperationspartner. Für die "Konzentration der stationären Krankenhaus-Grundversorgung" habe man Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds beantragt. Das Mainzer Gesundheitsministerium habe dafür - vorbehaltlich weiterer Abstimmungen - acht Millionen Euro für 2016 in Aussicht gestellt.

Seit Mitte November 2015 verhandelt eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern beider Zweibrücker Krankenhäuser und des Gesundheitsministeriums, um die hiesige Krankenhaus-Grundversorgung zu sichern. Für Freitag ist eine LVIM-Mitgliederversammlung und danach eine Information der Krankenhausbelegschaft angekündigt. Der Landesverein führe das Krankenhaus zunächst "in Eigenregie fort" und werde sich "vollumfänglich im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten einbringen".

Der gemeinsamen Mitteilung von LVIM und Nardini vorausgegangen waren gestern Nachmittag übereinstimmende Medien-Berichte, wonach das Evangelische Krankenhaus geschlossen wird und die meisten der rund 380 Arbeitsplätze wegfallen. Dazu gab es trotz entsetzter Reaktionen überraschter Mitarbeiter vom LVIM kein Dementi, stattdessen schrieben LVIM und Nardini, man wolle "Arbeitsplätze in den Einrichtungen des LVIM so weit wie möglich" erhalten. Auch das Nardini-Klinikum werde in Sachen Innerer Medizin "dazu einen Beitrag leisten." Parallel habe der LVIM "die Aufnahme von Gesprächen mit möglichen Investoren vorbereitet, um alternative Fortführungsoptionen für das Evangelische Krankenhaus zu sondieren". > Seite 15: Bericht