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Kommentar
Es gilt, die Realität zu akzeptieren

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Bundespartei kann zufrieden sein – Linke gewinnen noch Wahlen! Bodo Ramelow hat seinen Ministerpräsidentenbonus in Thüringen voll ausspielen können.

Doch was er aus dem Wahlsieg machen wird, ist völlig offen. Nach diesem Ergebnis geht politisch erst einmal wenig im Freistaat. Denn alle Parteien haben sich vor der Wahl regelrecht eingemauert. Vor allem die CDU steckt jetzt in einem strategischen Dilemma. Sie hat kategorisch jede Kooperation mit Ramelow abgelehnt. Sicher, würde die Union sich nun doch zu den Linken hin öffnen, bekäme Spitzenkandidat Mike Mohring ein Glaubwürdigkeitsproblem. Doch es gilt auch, die Realitäten zu akzeptieren: Die CDU muss sich überlegen, ob sie nicht über ihren Schatten springt und eine Regierung ermöglicht. In welcher Form auch immer. Das gilt voraussichtlich genauso für die FDP. Denn ansonsten triumphiert die ohnehin so erfolgreiche AfD erneut.Sie ist inzwischen im Osten eine Macht, egal wie völkisch und national ihre Vertreter auftreten. Das ist besorgniserregend. Dass die Rechten in Thüringen jetzt vor der CDU liegen und die Union im Gegenzug so deutlich verloren hat, ist aber auch eine Klatsche für die neue Vorsitzende Kramp-Karrenbauer. Auch sie muss sich jetzt fragen, was die Union falsch macht. Freilich wie die andere Parteien ebenfalls.