| 00:18 Uhr

Erste Syrer werden regulär nach Deutschland geflogen

Athen/Brüssel/Berlin. Mit dem Start des EU-Türkei-Paktes an diesem Montag sollen die ersten Syrer nach Deutschland geflogen werden. Die EU-Kommission will derweil in Brüssel Vorschläge zur Reform des Asylsystems vorlegen. dpa/afp

Deutschland will an diesem Montag die ersten Syrer aus der Türkei als reguläre Flüchtlinge einfliegen lassen. Dabei handele es sich vor allem um Familien mit Kindern, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Es gehe um eine Anzahl von Menschen in einer "niedrigen bis mittleren zweistelligen Größenordnung", die im niedersächsischen Friedland ankommen sollen. An diesem Montag soll auch die im EU-Türkei-Pakt vereinbarte Rückführung von Migranten von den griechischen Inseln in die Türkei beginnen.

Nach der Vereinbarung sollen - nach der Zustimmung des Parlaments in Athen - ab dem 4. April Flüchtlinge von Griechenland in die Türkei zurückgebracht werden. Für jeden Syrer, den die EU abschiebt, soll ein anderer Syrer auf legalem Wege in die EU kommen - die Union rechnet mit bis zu 72 000 Personen. Alle Flüchtlinge , die nach dem 20. März illegal von der Türkei nach Griechenland übergesetzt sind, sollen zwangsweise zurückgebracht werden können.

Die EU-Kommission will laut einem Medienbericht am kommenden Mittwoch in Brüssel Vorschläge zur Reform des Asylsystems vorlegen. Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf EU-Kreise berichtete, unterbreiten der EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans und der EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos in einem gemeinsamen Strategiepapier zwei Optionen zur Revision des bestehenden Dublin-Systems. Der ersten Option zufolge sollen Asylbewerber künftig anhand von Kriterien wie der Aufnahmekapazität der Mitgliedstaaten und mit Blick auf bestehende Familienverbindungen der Migranten fair auf die einzelnen EU-Staaten verteilt werden. Als zweite Option wird in dem Papier den Angaben zufolge ein Festhalten am bestehenden Dublin-System mit einem automatischen Korrekturmechanismus vorgeschlagen. Dieser Mechanismus zur Verteilung von Asylbewerbern innerhalb der EU soll immer dann ausgelöst werden, wenn ein Mitgliedstaat bei der Aufnahme von Asylbewerbern überfordert ist. Einen endgültigen Gesetzesvorschlag zu einer Erneuerung des Dublin-Systems wolle die EU-Kommission in den nächsten Monaten vorlegen, hieß es weiter. > Seite 4: Bericht