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Einnahmen aus Kirchensteuer so hoch wie nie

Frankfurt. Die Kirchen verlieren kontinuierlich Mitglieder. Dennoch steigen die Steuereinnahmen. Die Kirchen erklären das mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. epd/ek

Deutschlands christliche Kirchen verzeichnen einen Rekord bei den Steuereinnahmen . Trotz sinkender Mitgliederzahlen nahmen katholische und evangelische Kirche 2015 zusammen über 11,461 Milliarden Euro ein. Laut Statistischem Bundesamt erhielt die katholische Kirche rund 6,1 Milliarden Euro , die evangelische Kirche etwa 5,4 Milliarden Euro . Im Vergleich zu 2014 (10,769 Milliarden Euro ) ist das ein Plus von gut 692 Millionen Euro. Der Hauptgrund für den Einnahme-Rekord liegt in der guten Entwicklung der Löhne und Gehälter, auf die Kirchensteuer gezahlt wird.

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben nach den neuesten vorliegenden Zahlen betreffend für das Jahr 2014 mehr Mitglieder verloren als in den Jahren zuvor. Die Katholiken verloren 230 000 Gläubige, die Protestanten 410 000. Demnach zählte die katholische Deutsche Bischofskonferenz Ende 2014 rund 23,94 Millionen Mitglieder in ihren 27 Diözesen, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) etwa 22,63 Millionen Mitglieder in ihren 20 Landeskirchen. Der jüngst ausgeschiedene EKD-Finanzchef Thomas Begrich war 2015 Darstellungen entgegengetreten, die Kirchen schwämmen im Geld. Mit dem allgemeinen Steuerzuwachs halte die Entwicklung der Kirchensteuer in keiner Weise Schritt. Nominal seien die Steuern in den letzten 20 Jahren um 20 Prozent gewachsen, die staatlichen Steuereinnahmen um gut 50 Prozent. Dem Plus stehe ein Anstieg der Kosten um weit mehr als 30 Prozent gegenüber.

Das katholische Bistum Speyer nahm 2014 119 Millionen Euro ein und kalkulierte im Haushaltsplan 2016 mit Einnahmen von 121 (2015) und 128 Millionen (2016). Die Evangelische Kirche der Pfalz rechnet damit, dass die Steuereinnahmen ab 2017 um 0,5 Prozent pro Jahr fallen. Finanzdezernentin Karin Kessel hatte nach geschätzten Einnahmen von rund 118 Millionen 2016 mit 115 Millionen 2022 gerechnet. Gründe seien etwa der demografisch bedingte Verlust von Gemeindemitgliedern und konjunkturellen Schwankungen. Trotz der Einnahmen kalkulieren die Pfälzer Protestanten bis 2022 mit einem Haushaltsdefizit von rund elf Millionen Euro.